Der SP-nahen Grazer Neuen Zeit stand noch Presseförderung zu, obwohl das SP-nahe Blatt Ende April 2001 zum letzten Mal erschien. Das hat nun der Oberste Gerichtshof entschieden, berichtete Masseverwalter Alexander Isola Dienstag dem STANDARD.

Von den rund zwei Millionen Presseförderung für das Jahr 2001 wird dennoch nur ein Bruchteil für die Konkursmasse herausspringen, räumt Isola ein.

Denn die Neue Zeit hat noch einige Verbindlichkeiten beim zuständigen Finanzamt offen. Und die rechnet die Republik Österreich mit der ausständigen Presseförderung gegen. Mit dem Segen des Obersten Gerichtshofes, bestätigt Isola. Er rechnet also mit 290.000 bis 360.000 Euro. "Im besten Fall", kommt dazu aus dem Bundeskanzleramt.

Presseförderung für laufendes Jahr werde nicht gekürzt

Im Medienstaatssekretariat hieß es zudem auf Anfrage, die Presseförderung für das laufende Jahr werde deshalb nicht gekürzt. Die 2001 nicht an die Neue Zeit ausgeschüttete Besondere Presseförderung behielt die Republik ein.

Die SPÖ trennte sich in den Achtzigerjahren von der Neuen Zeit, die danach ein SP-naher Verein führte. Zumindest eines der wichtigsten Betriebsmittel des zwischen Kleiner Zeitung und Krone eingeklemmten Kleinformates war über die Jahre die Besondere Presseförderung des Bundes, aber auch der Steiermark. Kaum stellte das Land die Presseförderung ein, war es auch um das Blatt geschehen.

Das kleine Team um den langjährigen Chefredakteur Josef Riedler und Günther Gruber versuchte es 2002 noch einmal mit der Wochenzeitung Die Neue. Nach kaum mehr als einem Jahr ging sie Anfang Juli 2003 in Konkurs. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 21.7.2004)