Puls TV-Chef Helmut Brandstätter

Foto: Puls TV
etat.at: Knapp einen Monat nach dem Start hat erst ein Achtel der Wiener Kabelhaushalte Puls eingestellt. Wie wollen Sie mehr Menschen für Puls TV interessieren?

Helmut Brandstätter: Inzwischen sind es schon 97.000 Haushalte im Wiener Kabelnetz, also ca. 20 Prozent. Wir werden im Lauf des Sommers noch eine Kampagne machen, dass mehr Leute Puls TV mit ihrer Fernbedienung einstellen. Und wir arbeiten daran, dass wir in die niederösterreichische Kabelnetze kommen. Am wichtigsten aber ist das Programm. Wenn wir noch mehr gute Stories machen und das Niveau unserer Studiogäste halten, dann wird das ein großer Erfolg.

etat.at: Zum Puls TV- Start meinten Sie, Sie wollen in einigen Monaten bei drei Prozent Marktanteil liegen. Ist dieser Wert zu halten?

Helmut Brandstätter: Es ist jetzt gerade ein Monat vorbei, im Herbst haben wir die drei Prozent.

etat.at: Wo sehen Sie die Schwachpunkte von Puls TV, was bzw. welche Sendungen sollen wie verbessert werden?

Helmut Brandstätter: Wir müssen vor allem klarer kommunizieren, wann bei uns welche Gäste auftreten. Sascha Wussow hat bis jetzt nur bei uns über seine neue Rolle in der Schwarzwaldklinik gesprochen. Erhard Busek hat als Klestil-Erfinder nur bei uns ein großes Interview gehabt. Nur wir hatten eine große Diskussion über die Zustände im Seminar St. Pölten.

Das ist alles sehr gut, aber die Leute müssen auch wissen, wann sie das bei uns finden. Und wir werden ab Herbst eine klare Sendungsstruktur haben, das war aber auch immer geplant. Wir wollten aufbauen, und nicht mit vielen Sendungen anfangen und schon bald wieder welche zusperren.

etat.at: "Auch im ORF wird sich die Überzeugung durchsetzen, dass Konkurrenz mehr Spaß macht, als den Monopolisten zu spielen.", so Ihre Prognose im etat.at-Chat. Ist davon bereits etwas zu spüren?

Helmut Brandstätter: Wie gesagt, das ist ja erst ein Monat her. Lernprozesse im ORF dauern etwas länger. Jetzt versucht man im ORF, auch aus ORF 2 einen Privatsender zu machen - mit Anrufsendungen in der Nacht. Wir starten jetzt die Gebührendebatte. Wenn die auch geklärt ist, dann wird aber sicher die große Freundschaft anbrechen.

etat.at: Puls TV und Werbewirtschaft, Ihre erste Bilanz? Wie zufrieden sind Sie mit den Buchungen?

Helmut Brandstätter: Die Werbewirtschaft beobachtet uns mit Interesse, wir müssen noch aktiver an die Wiener Wirtschaft herantreten, können uns aber über die bis dato verkauften Werbezeiten nicht beklagen. (ae)