Brüssel - Ein von der EU gefördertes Projekt ist mit Bohrungen unter dem Mittelmeer dem Klimawandel auf der Spur. Bei der Bohrfahrt europäischer Wissenschafter zwischen Brindisi (Italien) und Barcelona (Spanien) wurden erstmals bis zu 300 Meter lange Sedimentabschnitte gewonnen, in denen die Spuren globaler Veränderungen in den vergangenen 500.000 Jahren besonders gut erhalten sind.

Wie die EU-Kommission mitteilt, werden es diese Proben den Wissenschaftern gestatten, Klimaänderungen seit prähistorischen Zeiten zu rekonstruieren und daraus Erkenntnisse über das jetzige Klimageschehen auf der Erde zu gewinnen. Außerdem sollen die Daten des Projekts PROMESS1 (PROfiles across MEditerranean Sedimentary Systems) auch mit Daten aus Eiskernbohrungen verglichen werden.

Forschungssprung

Das mit 2,7 Millionen Euro von der EU geförderte Projekt könne zudem bei der Auffindung und Überwachung von Öl- und Gasvorkommen eine Hilfe sein, sagte EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. "Die Ergebnisse von PROMESS1 stellen die europäische Forschung auf eine Ebene mit den weltweit führenden Ländern in den marinen Geowissenschaften, d.h. den USA und Japan."

Die erste Bohrfahrt wurde von den Wissenschaftern aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich vom 24. Juni bis zum 22. Juli auf dem Forschungsschiff SRV Bavenit unternommen. Zu den weiteren Forschungszielen gehören unter anderem die Rekonstruktion von Veränderung des Meeresspiegels, die Analyse von Hangprozessen auf dem Meeresgrund (Unterwasserlawinen) sowie die Erforschung der Prozesse, die zur Schichtenbildung an Kontinentalrändern führen. (APA)