Hannover - Der deutsche Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) will ausländischen Computer-Spezialisten die Arbeit in Deutschland zügig ermöglichen. "Wir müssen diese Pläne so schnell als möglich umsetzen. Wir müssen schnell den rechtlichen Rahmen dafür schaffen, dass die Wirtschaft am Weltmarkt rekrutieren kann", sagte Müller am Freitag auf der Computermesse CeBIT in Hannover der dpa. Vorwürfe, die Wirtschaft würde die Zahlen fehlender Fachkräfte dramatisieren, wies er zurück. "Das Wirtschaftsministerium hält sich an eigene Erfahrungen. Wo immer ich hinkomme, insbesondere bei den neu gegründeten Unternehmen, herrscht Fachkräftemangel." Er sehe die Gefahr, dass sich der Gründerboom selbst abwürgt. "Gastarbeiter ist ein Begriff geworden für Jobs, die Deutsche nicht machen wollen. Hier geht es um Tätigkeiten, die nicht genug Deutsche können", sagte Müller. Man habe den Bedarf an spezieller Ausbildung wie auch den Boom im Technologiemarkt unterschätzt. Die Unterstützung dieser Wachstumsbranche durch ausländische Arbeitskräfte berge die Chance, unter dem Strich mehr Arbeitsplätze auch für Deutsche zu schaffen. Die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf der CeBIT angekündigte Visa-Regelung für ausländische Computer- und Softwarespezialisten war am Donnerstag auch auf Kritik gestoßen. DAG-Chef Roland Issen und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bezeichneten die Initiative als überflüssig. Die Bundesanstalt für Arbeit erklärte, es gebe in Deutschland selbst ein unausgeschöpftes Potenzial von Fachkräften. Die vom Branchenverband BITKOM genannte Zahl von 75.000 fehlenden Informatikern, Ingenieuren und anderen Computerexperten sei zu hoch gegriffen. (APA/dpa)