Foto: CzechTourism
Der größte Teil des Tourismus in der Tschechischen Republik spielt sich, ein wenig zum Leidwesen der Touristiker, immer noch in der Hauptstadt Prag ab. Das Geschäft mit den Urlaubern wird generell als einer der "Pfeiler" der Wirtschaft des Landes gesehen. 2001 lagen die Deviseneinnahmen laut Tschechischer Tourismuszentrale bei 118 Mrd. Kronen (ca 3,72 Mrd. Euro), etwa 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukt. Prag, das auch auf der Europa-Route vieler Überseegäste liegt, verzeichnete im Jahr 2003 acht Millionen Nächtigungen, und damit mehr als Wien. Zwischen 2004 und 2006 sollen rund 244 Mrd. Euro in den Ausbau der Infrastruktur, in Marketing und Werbung investiert werden.

Alle Jahreszeiten

Die meisten Urlauber kommen aus Deutschland, Großbritannien und Polen. Österreich liegt in diesem Ranking mit einen Marktanteil von 3,3 Prozent erst an neunter Stelle. Deshalb wird sich eine von Czechtourism für das Frühjahr geplante Werbekampagne vor allem in diesem Markt, aber auch in Polen ansetzen.

Um die Leute "aufs Land" zu locken, setzt man auf Sport als Tourismusziel. Laut der Statistik von Czechtourism stand 2003 immerhin bei bei rund 6000 von etwas mehr als zehntausend längeren Aufenthalten (vier Tage und mehr) "Freizeit und Sport" im Mittelpunkt des Interesses, abgeschlagen an zweiter Stelle dahinter "Freunde und Verwandte besuchen" mit circa 2000 Nennungen. Und Möglichkeiten, im Urlaub sportlich zu sein, bieten sich in allen Jahreszeiten. Im Sommer sind es vor allem Rad- und Wassersport, wie Kanufahren in den Nationalparks oder auf der Moldau, und Wandern, im Winter bevölkern Hunderttausende die Skigebiete wie jenes im Riesengebirge.

Golf hat eine längere Geschichte im Land.

Der erste Golfplatz Böhmens wurde 1905 eröffnet. Bis Mitte der 30er erlebte der Sport eine Hochblüte, um während des Weltkrieges und danach als "Sport der Bourgeoisie" dahinzudämmern. Heute wird einiges in moderne Anlagen mit den entsprechenden Übernachtungsmöglichkeiten investiert. Insgesamt gibt es derzeit 37 Plätze, 14 weitere sind in Bau.

Auch für Radtouristen und Mountainbiker wird die Infrastruktur laufend ausgebaut. Im Jahr 2002 gab es 17.000 Kilometer gekennzeichnete Radwanderwege, 7000 sind allein im Jahr davor beschildert worden. Einige der Radwanderstraßen werden grenzüberschreitend geführt wie z. B. die tschechisch-österreichische Grenzstraße, die bei Horni Dvoriste / Summerau beginnt und nach etwa 270 Kilometern bei Breclav endet. Dazu kommen "Greenways", Themenradwege, wie jener von Prag nach Wien oder Strampeln entlang der Mährischen Weinstraße oder der Bierstraße am Beskydy Radegast Cyklo Track, der auf 53,3 Kilometer Länge fast 40 Gasthäuser verbindet. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe vom 7./8.8.2004) )