Eine erneute Änderung der Rechtschreibung wäre überflüssig. Ich bin mit der neuen Rechtschreibung aufgewachsen und kenne die alte nur von Beispielen - die neue Rechtschreibung habe ich immer als verständlicher empfunden.

Ein Grund meiner Ablehnung einer neuen Änderung ist natürlich das Umlernen. Wahrscheinlich würde mir das aber noch leichter fallen als älteren Menschen, die sich zuerst vielleicht gegen die neue Rechtschreibung ausgesprochen haben, aber jetzt auch schon an sie gewöhnt sind. Zudem kann ohnehin jeder weiter auf seine Art schreiben. Allerdings fände ich es eine Zumutung uns Schülern gegenüber, an die Probleme, die wir mit einer weiteren Umstellung hätten, denkt niemand. Sicher würde sich das längere Zeit negativ auf unsere Noten auswirken, selbst wenn wir uns wieder umgewöhnen.

Genia Weiss (14)

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Vielleicht wäre es jetzt noch möglich, sich noch einmal umzustellen, denn ich glaube nicht, dass sich die derzeitige Rechtschreibung schon in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Viele schreiben noch in der alten Rechtschreibung, besonders ältere Menschen. Allerdings müsste eine neue Umstellung schnell gehen und endgültig sein. Dieses ewige Hin und Her reicht, das ist bloß verwirrend.

Am schlimmsten trifft das dann wieder die Schüler, sie sind die Einzigen, die davon abhängig sind. Wie soll ich in zwei Jahren meine Matura schreiben, wenn ich wieder neue Regeln lernen müsste? Wenn allerdings die jetzige Rechtschreibung bleibt, aber Zeitungen und Verlage wieder zur alten Schreibung zurückkehren, ist das Chaos perfekt - eben für uns Schüler. Wie kann man sich da zurecht finden, wenn unsere Noten von der neuen Schreibung abhängen und wir aber in Zeitungen ständig wieder mit der alten konfrontiert werden.

Mir persönlich würde eine neue Umstellung nicht schwer fallen, ich hatte auch mit der letzten wenig Probleme, doch ich finde diese Verwirrungen für Schüler eine Zumutung. Gerade für solche, die sich in der Schule ohnehin schon schwer tun. Man hat sich für die jetzige Schreibung entschieden, dann soll man es auch dabei belassen. Die Debatte ist eine Sache von Erwachsenen, die, aus welchen Gründen auch immer, sich nicht an die neue Rechtschreibung gewöhnen wollen. Ich glaube, dass das rein ästhetische Argumente sind, denn die neue Schreibung ist verständlicher als die alte.

Maximilian Salcher (16)

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Diesem unschlüssigen Ändern und wieder zurück in Deutschland stehe ich sehr ablehnend gegenüber. Ich sehe keinen Sinn in der Diskussion und verstehe nicht, weshalb der Rechtschreibung so ein großer Wert gegeben wird. Ich möchte nicht umlernen, ich habe die alte Rechtschreibung nicht mehr gekannt, daher wäre es mir am liebsten, wenn es so bliebe, wie es jetzt ist. Für die jetzige Rechtschreibung habe ich ein Gefühl entwickelt, sie ist einfach zur Normalität geworden. Ein Umlernen wäre stures Auswendiglernen.

Die älteren Menschen hätten wahrscheinlich kein Problem, wieder zur alten Schreibung zurückzukehren, doch auch an die neue haben sie sich sicher schon gewöhnt. Die Alltagsprobleme würden vor allem uns Schüler betreffen. Eigentlich ist es mir egal, wie geschrieben wird, Hauptsache, es gibt eine einheitliche Regelung.

Laura Gugrel (15)

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Ich bin von der Debatte verwirrt. Es war schwer genug, sich von der alten auf die neue Rechtschreibreform um zu gewöhnen, schon alleine deshalb hielte ich eine neue Umstellung einfach für unangebracht. Auf Schüler wird diesbezüglich wieder einmal überhaupt keine Rücksicht genommen, wir werden in der ganzen Diskussion vollkommen übergangen.

Rechtschreibung ist nicht etwas, was man ständig reformieren kann, auch die, denen die Umstellung missfallen hat, sollten sich damit abfinden und die Veränderung akzeptieren. Ich finde die neue Rechtschreibung besser als die alte, sie ist einfach logischer, was besonders uns Schülern sehr hilfreich ist.

Rechtschreibung ist ein wichtiges Thema, doch fehlt mir das Verständnis für die Verlage, die wieder wechseln wollen. Wie soll man sich da orientieren, besonders, wenn man erst in der Ausbildung ist und eben auch seine Rechtschreibung erst perfektionieren muss. Ich finde es schade, dass es keine relevanteren Themen für den Sommer gibt.

Christina Püspök (17)

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Ich schreibe immer noch in der alten Rechtschreibung, wie wahrscheinlich ein Großteil der Bevölkerung. Ich habe große Schwierigkeiten mit der Grammatik und mache mir schon Sorgen, wenn ich im nächsten Schuljahr, meinem Maturajahr, in der neuen Schreibung meine Schularbeiten schreiben muss.

Daher hätte ich kein Problem mit einer Rückkehr zur alten Schreibung. Doch ich fände eine neue Reform gegenüber Schülern bösartig, besonders gegenüber jüngeren Schülern, für die eine Umstellung eine größere Qual wäre als für jene, die beide Schreibungen kannten. Volksschüler zum Beispiel haben schon genug Probleme mit der ersten Fremdsprache oder dem Übergang ins Gymnasium.

Es ist eine Frechheit, dass wir Jugendlichen in der ganzen Diskussion so dezent ausgespart werden. Man sollte es endlich einmal bei einer Regelung belassen - in 15 Jahren ist dann vielleicht sowieso wieder alles ganz anders.

Eine Umstellung von einzelnen Zeitungen sehe ich nicht als problematisch, die meisten Zeitungsleser kennen wohl noch beide Schreibungen, ihnen würde es wahrscheinlich kaum auffallen. Mir wurde von meinen Lehren immer gesagt, ich könne mir mit der Umstellung ruhig Zeit lassen, betreffende Fehler wurden immer grün verbessert, nicht rot. Aber jetzt mache ich mir Sorgen um das Schuljahr 2005/06.

Marielies Trampler (18)

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Die Debatte über die Rechtschreibreform habe ich schon länger verfolgt, doch ich glaube nicht, dass sie mit wesentlichen Auswirkungen nach Österreich kommen wird. Das wäre schon allein finanziell nur schwer durchzusetzen - man denke an die vielen Schulbücher, die dann neu gedruckt werden müssten. Das wäre absurd. Aber natürlich gibt es starrköpfige Leute, die sich immer gegen Veränderungen wehren wollen.

Die neue Schreibung ist leichter, ich hatte in Deutsch immer Probleme, viele haben sich durch die neue Rechtschreibung gelöst. Eine erneute Umstellung würde wahrscheinlich ein Chaos an den Schulen auslösen, doch es ist schließlich nicht neu, dass man uns Schüler überhaupt nicht fragt, sondern über unsere Köpfe hinweg umrührt, wie zuletzt bei den Stundenkürzungen.

Laurin Halada (18)

Befragung und Zusammenstellung: Isabella Hager (DER STANDARD, Printausgabe, 13.8.2004)