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Hugo Chavez nimmt ein Bad in der Menge

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Oppositionschef Enrique Mendoza mit Eskorte beim Verlassen des Wahllokales

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Wähler stehen, beschützt von Soldaten, Schlange vor einem Wahllokal. Obwohl die Regierung tausende Sicherheitskräfte eingesetzt hat, kam es zu einem Anschlag auf Wähler.

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Hugo Chavez bei der Abgabe seiner Stimme. Der Präsident stimmte wohl für "No".

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Die Anhänger von Hugo Chávez warben mit "Vota no"

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Die Opposition mobilisierte ihre Anhänger für ein "Ja".

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Caracas - Der venezolanische Staatspräsident Hugo Chavez hat das von der rechtsgerichteten Opposition erzwungene Referendum über seine Amtsenthebung für sich entschieden. Wie die oberste Wahlbehörde CNE am frühen Montagmorgen in der Hauptstadt Caracas verlautbarte, stimmte eine Mehrheit von 58,25 Prozent gegen die Absetzung des 50 Jahre alten Staatschefs. Die Stimmenauszählung sei in 94,49 Prozent aller Wahllokale abgeschlossen worden. Es seien gut 8,5 Millionen Stimmen gezählt worden, sagte CNE-Präsident Francisco Carrasquero.

Hohe Beteiligung

Laut der spanischen Zeitung "El Mundo" betrug die Wahlbeteiligung mehr als 80 Prozent. Sie lag somit doppelt so hoch wie bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000, als Chavez erstmals im Amt bestätigt wurde.

Chavez sprach am Sonntag von einem "Triumph der Demokratie". Das von ihm verbreitete Diktator-Image werde damit zerstört. Der linksnationalistische Staatspräsident konnte das Referendum nach offiziellen Angaben für sich entscheiden.

Rechte Opposition will Ergebnis nicht anerkennen

Die venezolanische Opposition bezeichnete das vorläufige Ergebnis als Betrug. "Wir können das Ergebnis mit Nachdruck und kategorisch zurückweisen", sagte Oppositionsführer Henry Ramos Allup auf einer Pressekonferenz. "Wir werden die Belege dafür sammeln, die Venezuela und der Welt den riesigen Betrug beweisen, der gegen den Willen des Volkes begangen wurde", fügte er unter Hinweis auf eigene Zahlen hinzu. Die Opposition werde das Ergebnis der Wahlkommission anfechten.

Carter bestätigt Chavez' Sieg

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat den Sieg von Venezuelas Präsident Hugo Chavez bei dem von der Opposition durchgesetzten Volksentscheid bestätigt. Die von ihm geführten Wahlbeobachter hätten die gleichen Informationen wie die amtliche Wahlkommission, sagte Carter am Montagabend in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Sie stimmten demnach mit den Teilergebnissen der Stimmauszählung vom Morgen überein. "Mehr als zehn Millionen Menschen haben gewählt, und es gibt ein klares Übergewicht zu Gunsten der Regierung von Präsident Chavez", sagte Carter vor Journalisten.

Kubanische Ärzte

Der Präsident hat vor allem in der verarmten Bevölkerungsmehrheit viele Anhänger. Spürbare Veränderungen bewirkte seine Regierung im sozialen Bereich. Mehrere Millionen Menschen erhielten erstmals Zugang zum Gesundheitssystem. Die Regierung baute zahlreiche Schulen und entsandte Ärzte, unter ihnen auch mehrere tausend Kubaner, aufs Land und in die Armenviertel rings um die großen Städte. Eine Million Venezolaner lernte unter der Präsidentschaft von Chavez Lesen und Schreiben. Die Krise erreichte im April 2002 mit der gewaltsamen Absetzung von Chavez und der Rückkehr des Präsidenten an die Macht nach nur 48 Stunden ihren Höhepunkt. Die von Unternehmern, Gewerkschaften, Traditionsparteien, der Kirche und den Medien gebildete Opposition wirft Chavez einen autoritären Regierungsstil und eine "miserable Wirtschaftspolitik" vor. Nach einem Generalstreik, der vor allem die Ölförderung lahm legte, erzwang die Opposition mit der Sammlung von Unterschriften die Volksabstimmung. (APA/dpa)