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Auch die Toscana ist ein Opfer der steigenden Temperaturen infolge des Treibhauseffektes: Wegen zunehmender Dürre wird er seine typischen Eigenschaften verlieren.

Foto: reuters/bianchi
Rom - Wer den Treibhauseffekt bisher brüsk vom Tisch gewischt hat, wird nun vielleicht doch umdenken. Denn die klimatischen Änderungen bedrohen nun auch den "König" der italienischen Weine, den Chianti. Der prestigereiche toskanische Rote werde in fünfzig Jahren wegen der steigenden Temperaturen und der zunehmenden Dürre seine typischen Eigenschaften verlieren, warnte eine Studie der drei amerikanischen Klimatologen Gregory Jones, Michael White und Owen Cooper, die bei einem internationalen Geologie-Kongress in Florenz vorgestellt wurde.

Die renommierte Chianti-Gegend, in der jährlich dreißig Millionen Flaschen Wein hergestellt werden, müsse sich auf starke klimatische Änderungen vorbereiten, warnten die Experten. "Wir rechnen, dass in der Chianti-Gegend in fünfzig Jahren die Sommertemperaturen um durchschnittlich zwei Grad steigen werden. Die Weinreben werden den Angriffen von Schädlingen stärker ausgeliefert sein. Die Qualität des Weines wird nicht mehr die selbe sein, der Chianti wird sich ändern", berichtete Jones, Professor an der Southern Oregon University, nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica".

Anpflanzung in höheren Regionen

Um den Chianti zu retten, der andernfalls einen (höheren) Alkoholgehalt als sizilianische Weine erhalten würde, riet Jones, die Weinreben in höheren Regionen anzupflanzen. "Für jedes Grad mehr, das im Sommer durchschnittlich gemeldet wird, sollte die Weinproduktion um 150 Meter hinauf verlegt werden", riet der Professor. "In fünfzig Jahren wird man die idealen klimatischen Bedingungen für die Chianti-Produktion in Deutschland oder im südlichen England finden", meinte Jones.

Die Prognosen der amerikanischen Experten lösten Sorge in der Toskana aus. "Wir arbeiten für stärkere Weinreben, die der Dürre besser Stand halten können", betonte Giovanni Ricasoli, Präsident eines renommierten Konsortiums von Chianti-Produzenten. Er meinte überdies, dass die Prognosen der US-Experten bestreitbar seien. "Es stimmt, dass sich das Klima in den vergangenen vier bzw. fünf Jahren geändert hat, doch auch dieses Jahr rechen wird mit einer exzellenten Weinernte", sagte Ricasoli.

In der Chianti-Gegend südlich von Florenz sind 584 Winzer tätig. 7.150 Hektar sind mit Weinreben angepflanzt. Der Umsatz der Produzenten des Chianti Classico erreicht 500 Millionen Euro. (APA)