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Die Wiener-Lehrer-Hütte

Foto: Archiv
Der Standard
Die Hinteralm im Norden des Oberlaufes der Mürz gilt allgemein als besonders schönes Wandergebiet. Von den leicht erreichbaren Spitzen und Kuppen genießt man eine hervorragende Sicht zur Veitsch und zur Tonion-Gruppe, zum Hochschwab, Gippel und Göller und zur Schneealm. Vom oberen Rand der Klobenwände überblickt man das unter Naturschutz stehende Nasskör, in dem man im 19. Jahrhundert Torf abgebaut hat. Das rentierte sich nicht, obgleich die nutzbaren Schichten eine Dicke von fast acht Metern erreichen.

Heute dient das Hochmoor, eines der größten in den Ostalpen, mit seinen seltenen Pflanzen den Wissenschaftern als Forschungsobjekt. In der Gegend entdeckte man auch sehr schöne Fossilien, doch will niemand die Fundstellen preisgeben, um die Sammler abzuhalten.

Die Hinteralm diente schon dem Kaiser als Jagdgebiet, sie wird immer noch von den Weidmännern sehr geschätzt. Deshalb sperrt auch die Wiener-Lehrer-Hütte Mitte September für mindestens vier Wochen zu, denn dann beginnt die Hirschbrunft, und da kann man die Wanderer, auch wenn sie sich noch so still verhalten, nicht brauchen. Falls man die Alm dann doch zum Ziel wählt, gehören Getränke und Proviant in den Rucksack.

Es gibt mehrere Anstiege auf die Hinteralm, der von Frein ausgehende hat den Vorteil, dass man eine kleine Runde zustande bringt, wenn man über Almgelände zum Ross-und dann zum Spielkogel wandert. Bei Nebel kann diese Variante zu Problemen führen. Nahe dem Spielkogel gibt es eine Murmeltierkolonie, bei der man die putzigen Tiere beobachten kann.

Die Route: Bei der Brücke in Frein an der Mürz beginnt die rote Markierung, die über den steilen Hochriegel emporführt. Bald nach Erreichen der Hochfläche verlässt man die markierte Route nach links und steigt zum deutlich sichtbaren Gipfel des Rosskogel auf. Gehzeit ab Frein rund 1½ Stunden. Über freies Almgelände geht es weiter zum höchsten Punkt des Spielkogels, dann hält man sich südlich und steigt bis zum Rand der Klobenwände ab. Dort trifft man auf eine rote Markierung, der man nach rechts bis zur Wiener-Lehrer-Hütte folgt. Gehzeit ab Rosskogel 1¼ Stunden. Auf der roten Markierung kehrt man über den Hochriegel in 1¼ Stunden nach Frein zurück.

Von den Klobenwänden bietet sich ein Abstecher zur Hohen Schneid mit dem Hohen Waxenegg (1647 m) an, wobei man nur anfangs auf der roten Markierung bleibt und ab der Waxenegghütte über freies Gelände aufsteigt. Für den Abstecher braucht man etwa eine Stunde. (Der Standard, Printausgabe 21./22.08.2004)