Wien - Der Duft des weiblichen Eisprungs bringt Männer nicht nur sexuell in Fahrt, er macht sie auch blind - oder jedenfalls kurzsichtig. Wie Wissenschafter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Stadtethologie in Wien herausfanden, empfinden Männer unter dem Duft-Eindruck sogenannter Ovulations-Kopuline auch zuvor als unattraktive eingestufte Frauen plötzlich als begehrenswert. Die Studie wurde in der in Neu-Isenburg (Deutschland) erscheinenden "Ärzte-Zeitung" veröffentlicht. Ovulations-Kopuline sind Stoffe, die während des Eisprunges in der weiblichen Scheide freigesetzt werden. Die Forscher hatten 66 jungen Männern Fotos von fünf unterschiedlich schönen Frauen vorgelegt. Die Männer, die zuvor an den Ovulations-Kopulinen gerochen hatten, stuften alle Frauen als mehr oder weniger gleich begehrenswert ein, obwohl sie sie zuvor unterschiedlich attraktiv fanden. Die Wissenschaftler werten dies als Beweis für die enorme Bedeutung chemischer Prozesse bei zwischenmenschlichen Beziehungen. Parallel zum partiellen Verlust der Urteilskraft ließen die Duftstoffe auch den Testosteron-Wert der Männer deutlich steigen. Das Hormon ist für den männlichen Sexualtrieb mitverantwortlich. Die Probanden hatten vor und nach dem Kopuline-Schnüffeln Speichelproben abgeben. Dabei zeigte sich, dass der Testosteron-Wert mit dem Duft des Eisprungs in der Nase am höchsten war. Vaginalsekrete, die zu anderen Zeitpunkten des Zyklus, etwa kurz vor oder während der Menstruation entstehen, wirkten deutlich weniger. (APA/dpa)