Daron Rhalves ließ die ÖSV-Fahrer locker hinter sich
Kvitfjell - Der Olympiabakken in Kvitfjell bleibt der Ski-Berg der US-Amerikaner. Auch die erste von zwei Weltcup-Abfahrt der Herren endete am Freitag mit einem sensationellen Erfolg eines US-Boys: Daron Rahlves, der schon im Training auf sich aufmerksam gemacht hatte, feierte seinen ersten Sieg im Weltcup. In 1:28,89 Sekunden verwies er den Schweizer Didier Cuche um 9/100 auf Platz zwei. Cuche hatte seinerseits schon mit dem Sieg geliebäugelt, als er im Ziel vor Hermann Maier gelegen war. Der "Herminator" durfte aber auch so jubeln: Platz drei bedeutet das Ausbauen der Führung im Abfahrts- und Gesamt-Weltcup. Im "Normallfall" wäre das ein Sieg gewesen Maier hatte auf der spektkulären, aber verkürzten Olympia-Abfahrt vielleicht schon selbst mit einem Erfolg spekuliert: Der Pongauer steigerte sich im Vergleich zum Training enorm und ließ den großen Favoriten Kristian Ghedina ebenso hinter sich, wie auch alle seine Mannschafts-Kollegen. Im "Normalfall" hat das in diesem Winter zum Sieg gereicht, denn alle acht Abfahrten zuvor waren entweder an ÖSV-Läufer oder an Ghedina gegangen. Doch Kvitfjell ist anders: In der Windlotterie am Samstag drehte die Richtung und plötzlich schossen die Läufer vor allem im oberen Teil viel schneller dahin. "Vom Winde verweht" Die Leidtragenden waren vor allem die früh gestarteten Österreicher, die so "vom Winde verweht" wurden. Fritz Strobl kam als Vierter noch ins Spitzenfeld, doch die ÖSV-Dominanz bröckelte. Stephan Eberharter wurde vor Werner Franz Siebenter, Hannes Trinkl kam als Zehnter gerade in die Top Ten. Der Rest fiel aber weit zurück, Hans Knauß machte als 34. gar keine Weltcup-Punkte. Alle mussten im Ziel zusehen, wie der Rückenwind die Konkurrenz antrieb, zwei Sekunden Rückstand waren zu viel, um in die ersten 30 zu kommen. Cuche sah bereits wie der Sieger aus Zunächst war es Didier Cuche, der mit Bestzeit das Lächeln von Maier im Ziel gefrieren ließ, doch auch er wurde noch abgefangen. Von einem Mann, der bisher einen vierten Platz im Super G als Topresultat aufzuweisen hatte und in der Abfahrt nie besser als 20. war: Daron Rahlves. Der 28-jährige US-Amerikaner, schon im Training mit einer Bestzeit, brachte diese Leistung auch im Rennen und rettete nach einem Husarenritt neun Hundertstel Vorsprung ins Ziel. Für die USA bedeutete dieser Sieg das Ende eine Durststrecke: 1995 hatte Kyle Rasmussen ebenfalls in Kvitfjell das letzte Rennen für die US-Boys gewonnen, genau fünf Jahre später war Rahlves an der Reihe und feierte als vierter Amerikaner einen Weltcup-Sieg in der Abfahrt. Auf dem Berg, auf dem auch Tommy Moe 1994 den Olympiasieg geholt hatte. Maier blieb gelassen Hermann Maier nahm die Niederlage überraschend gelassen. Vielleicht auch deswegen, weil er mit Platz drei die Konkurrenz im Abfahrts- und Gesamtweltcup (Aamodt wurde nur 25.) weiter abschüttelte und auch die Rekord-Marke von Paul Accola im Gesamt-Weltcup ist nur mehr 69 Punkte entfernt ist. Im Abfahrts-Weltcup hat er zwei Rennen vor Ende 93 Punkte Vorpsrung. "Wenn man das Training anschaut, muss ich mit Platz drei zufrieden sein", meinte der 27-Jährige, "aber zwischen Training und Rennen ist eben doch ein Unterschied! Ich hatte kaum Probleme, bin nur am Start fast mit dem ganzen Stock eingesunken. Aber dann war die Abfahrt sensationell, man hatte immer zu tun, musste zwischendurch sogar aufmachen, damit man nicht zu schnell wird." Rhalves kann es kaum fassen Der Sieger konnte sein Glück fast nicht fassen. "Im Ziel konnte ich zuerst vor lauter Freude gar nicht schreien. Der Sieg bedeutet die Welt für mich. Dabei hatte ich am Morgen gar nicht mehr daran geglaubt habe, dass es ein Rennen gibt. Aber dann habe ich mich bemüht, locker zu bleiben. Und es ist gelungen." Rahlves ließ sich auch von einigen Fehlern nicht stoppen, dazu kam der ihn begünstigende Rückenwind. "Mein Lauf war sicher nicht perfekt, aber anscheinend perfekt genug", jubelte er. Ergebnisse der Weltcup-Abfahrt der Herren in Kvitfjell vom Freitag: 1 24 Daron Rahlves (USA) 1.28.690 +

2 13 Didier Cuche (SUI) 1.28.780 + 0.00.090

3 8 Hermann Maier (AUT) 1.28.950 + 0.00.260

4 10 Fritz Strobl (AUT) 1.29.080 + 0.00.390

5 6 Kristian Ghedina (ITA) 1.29.260 + 0.00.570

6 18 Jürg Grunenfelder (SUI) 1.29.390 + 0.00.700

7 5 Stefan Eberharter (AUT) 1.29.430 + 0.00.740

8 3 Werner Franz (AUT) 1.29.440 + 0.00.750

8 26 Peter Runggaldier (ITA) 1.29.440 + 0.00.750

10 4 Hannes Trinkl (AUT) 1.29.650 + 0.00.960

10 15 Luca Cattaneo (ITA) 1.29.650 + 0.00.960

12 16 Paul Accola (SUI) 1.29.690 + 0.01.000

13 20 Kurt Sulzenbacher (ITA) 1.29.770 + 0.01.080

14 9 Andreas Schifferer (AUT) 1.29.780 + 0.01.090

15 17 Fredrik Nyberg (SWE) 1.29.790 + 0.01.100

16 23 Claude Cretier (FRA) 1.29.810 + 0.01.120

17 28 Alessandro Fattori (ITA) 1.29.890 + 0.01.200

18 7 Josef Strobl (AUT) 1.29.900 + 0.01.210

19 31 Max Rauffer (GER) 1.30.000 + 0.01.310

20 27 Christian Greber (AUT) 1.30.010 + 0.01.320

21 19 Erik Seletto (ITA) 1.30.060 + 0.01.370

21 21 Luke Sauder (CAN) 1.30.060 + 0.01.370

23 32 Roland Fischnaller (ITA) 1.30.160 + 0.01.470

24 36 Pierre-Emanuel Dalcin (FRA) 1.30.290 + 0.01.600

25 11 Kjetil-Andrè Aamodt (NOR) 1.30.310 + 0.01.620

26 1 Bruno Kernen (SUI) 1.30.330 + 0.01.640

27 14 Patrik Jaerbyn (SWE) 1.30.370 + 0.01.680

28 44 Lasse Paulsen (NOR) 1.30.480 + 0.01.790

29 12 Ed Podivinsky (CAN) 1.30.550 + 0.01.860

30 43 Steve Locher (SUI) 1.30.630 + 0.01.940

30 22 Kevin Wert (CAN) 01.30.630 + 0.01.940