Bregenz - Der Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) kann einer generellen Öffnung des Kindergartens für Dreijährige ebenso wenig abgewinnen wie einem Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz. "Das ist nicht unser Weg", wendete sich Sausgruber gegen die Forderungen der Vorarlberger SPÖ-Parteiobfrau Elke Sader am Dienstag.

Negative Ausnahme Vorarlberg

Vorarlberg sei das einzige Bundesland, in dem das Kindergarteneintrittsalter mit vier Jahren festgelegt sei, so Sader. Dabei habe eine repräsentative Umfrage ergeben, dass sich mehr als die Hälfte der berufstätigen Frauen mit Kindern bis 15 Jahre für eine Senkung des Kindergarteneintrittsalters aussprechen würden. "Die Versorgung mit Kindergärten kann als quantitativ unzureichend bezeichnet werden", kritisierte die SPÖ-Politikerin.

Nachholbedarf

Auch bei den Kinderbetreuungsplätzen sieht Sader Nachholbedarf. "Nach Daten der Statistik Austria vom September 2003 fehlen in Vorarlberg etwa 6.000", sagte Sader. Ihre Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen bezahlbaren Kinderbetreuungsplatz begründete Sader mit den "für ein schmales Familienbudget oft zu hohen" Kosten.

Landeshauptmann Sausgruber vertritt hingegen eine andere Position. "Wir bemühen uns gemeinsam mit den Gemeinden, die Plätze bedarfsgerecht auszubauen". Bei den außerhäuslichen Betreuungsplätzen für Dreijährige sei Vorarlberg im Österreich-Vergleich bereits ins Mittelfeld vorgerückt, "diesen Prozess werden wir fortsetzen". (APA)