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Etwa 100 Beschäftigte des VA Tech-Konzerns aus Linz haben Dienstag Morgen vor der Siemens-Konzernzentrale in München gegen eine mögliche Übernahme ihres Unternehmens protestiert (Bild). In diesem Falle stünden in Deutschland und Österreich bis zu 2.300 VA Tech-Arbeitsplätze auf dem Spiel, sagte VA Tech-Hydro-Betriebsratschef Wilhelm Sturm. Für beide Unternehmen sei sowohl in Österreich wie auch weltweit genügend Platz.

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Im Falle eines Mergers rechnen Betriebsräte und Gewerkschafter besonders für solche Geschäftsfelder mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen, in denen beide Unternehmen tätig sind (wie etwa Infrastruktur, Energieerzeugung und Energieübertragung).

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Vor der Siemens-Zentrale in München appellierte Sturm an den Vorstand, von Übernahmeplänen Abstand zu nehmen. Die Zeche dafür würden die Arbeitnehmer beider Unternehmen, aber auch der österreichische Steuerzahler tragen müssen. Durch Verlustvorträge bei der VA Tech würde man Siemens Teile des österreichischen Mitbewerbers regelrecht "schenken", meinte Sturm. Die Siemens-Chefs warnte der Betriebsratschef vor der Annahme, VA Tech würde ein "leichtes Schnäppchen". Die VA Tech-Arbeitnehmer würden nötigenfalls "den Apfel so sauer machen, dass das Hineinbeißen vergeht".

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Am Standort der VA Tech Elin EBG und EBG Trafobau in der Linzer Kraußstraße fand am Dienstagnachmittag eine Betriebsversammlung als "Trauerkundgebung" statt. Auf einem Gebäude war eine schwarze Fahne gehisst - Die Stimmung der nach Schätzung der Organisatoren 500 bis 600 Teilnehmer war sichtlich gedrückt. Die Betriebsräte lehnten in ihren Ansprachen eine Übernahme durch Siemens ab. Die Betriebsversammlung wurde im Freien am Betriebsgelände abgehalten. Auf den Gebäuden ringsum hingen Transparente mit der Aufschrift "Stoppt die Übernahme", "Übernahme = Filetierung", "Kein Ausverkauf!".

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Die Belegschaftsvertreter sprachen sich gegen eine Übernahme durch Siemens aus. Der Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates Franz Hölzl stellte wie auch seine Kollegen fest, er hätte nichts gegen ein Zusammengehen beider Unternehmen, wenn es eine Stärkung bedeuten würde. Doch Siemens sei zehn bis 15 Mal größer als die VA Tech und es gebe erhebliche Überlappungen. Eine Übernahme würde somit nur eine Marktverdrängung mit Arbeitsplatzverlusten zur Folge haben. Zum Ende der Versammlung kamen Mitarbeiter, die am Vormittag in München demonstriert hatten. Sie starteten einen Sprechchor: "Hände weg von VA Tech", der mit Applaus und einem Konzert aus Trillerpfeifen endete.

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Am Standort Weiz protestierten am Dienstag laut Gendarmerie rund 2.500 Menschen. Einhellig standen alle Bürgermeister der Region, sämtliche Betriebsräte, die Mitarbeiter der VA Tech-Betriebe sowie viele ehemalige Angestellte und Arbeiter auf dem Hauptplatz, um ihrem Unmut über "Privatisierung" und "Filetierung" Ausdruck zu verleihen. Auch SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter (Bild) war unter den Protestierenden. Zuvor war eine Resolution beschlossen worden, in der man die Bundesregierung aufforderte, die Privatisierungspläne zu ändern und eine Kapitalerhöhung durchzuführen.

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In der Resolution hieß es im einzelnen, dass die Belegschaft und die Bürgermeister der Region Weiz den sofortigen Stopp einer weiteren Privatisierung der VA Tech verlangen. Weiters solle der 15-Prozent-Eigentümer ÖIAG bei der bevorstehenden Kapitalerhöhung mitziehen. Dazu sollen die Bedingungen geschaffen werden, dass die Länder Oberösterreich, Steiermark und Wien bei einer möglichen Übernahme eines Aktienpaketes zusammen mit der ÖIAG auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie kommen könnten. Außerdem wolle man die Möglichkeit einer Mitarbeiterbeteiligung. (APA)

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