"Das Jahr-2000-Problem wird von der Regierung grob unterschätzt", befindet Lorenz Fritz, der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, und fordert die Bestellung eines eigenen Regierungsbeauftragten zur Lösung dieses Problems. Die Industriellenvereinigung verweist dabei auf eine Aufforderung der EU-Kommission an alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, eine "Beschleunigung ihrer Vorbereitungen in der öffentlichen Verwaltung und zur Installation von Kontrollmechanismen" vorzunehmen. Konkret, so Fritz, müsse die Information der Konsumenten und Produzenten vorangetrieben sowie die Kooperation mit Unternehmen und Branchen forciert werden. Auch die OECD warne Länder, die sich zu spät auf den Jahrtausendwechsel vorbereiten, vor dramatischen Auswirkungen. Sie gehe, so Fritz, von Einbußen im Wirtschaftswachstum zwischen 0,3 und 1,5 Prozent aus, sollten die Umstellungsprobleme nicht rechtzeitig in Angriff genommen werden. "Während in großen Teilen der Wirtschaft die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, verschläft die Bundesregierung eine der zentralen Herausforderungen des ausgehenden Jahrtausends", kritisiert Generalsekretär Fritz. Schließlich sei jeder Bürger des Landes betroffen, "wenn etwa die Computersysteme von Sozialversicherungen und Banken verrückt spielen, Pensionen nicht mehr ausgezahlt oder Konten gesperrt werden". (APA)