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Jetzt ist das Gerücht bestätigt: Der irakische Übergangspräsident Ghazi al-Yawir (Bild) heiratet die Ministerin für öffentliche Arbeiten, die Kurdin Nasrin Mustafa Berwari. Die Verbindung ist stammespolitisch interessant: Die Shammar, der Stamm Yawirs - der größte des Irak -, könnten so auch den Zebaris (Außenminister Hoshyar Zebari) und den Barzanis (Massud Barzani, Kurdische Demokratische Partei KDP) näher rücken, denen die Berwaris verbunden sind. Eine kurdisch-arabische Versöhnung wäre in den Gebieten, in denen Saddam Hussein im Zuge seiner grausamen Arabisierung Kurden vertrieben und Araber angesiedelt hat, sehr vonnöten. Manche Iraker und Irakerinnen, gleich welcher Affiliation, schauen aber scheel auf den Umstand, dass Präsident Yawir sich von seinen ein bis zwei Ehefrauen, die er in Saudi-Arabien geheiratet hat, offensichtlich bis jetzt nicht scheiden lassen hat. Ministerin Berwari galt als Rollenmodell für ein modernes kurdisch-irakisches Frauenbild. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 13.9.2004)