New York - Übernahmegerüchte über einen Einstieg der Deutschen Telekom bei den US-Telekomanbietern Qwest und US West haben den Kurs der T-Aktie beflügelt. Die deutsche Telekom-Aktie erreichte Freitag Früh in Frankfurt einen Rekord. US West lehnte bisher Stellungnahmen "zu den Gerüchten und Spekulationen über potenzielle Transaktionen ab, die über die Qwest-Transaktion hinausgehen". Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" liegen die Preisvorstellungen der Deutschen Telekom für Qwest zwischen 53 bis rund 64,4 Mrd. Dollar (66 Mrd. Euro/911 Mrd. S). Die Preisspanne für US West liege zwischen 43 bis knapp 51 Mrd. Dollar. Die Aktien von US West waren am Donnerstag abgesackt, während die Qwest-Aktien um einen Dollar auf 59 Dollar nachgaben. Die US West Inc. hält an ihrer Fusion mit der Qwest Communications International Inc. (beide Denver/Colorado) fest. Dazu sei man auf Grund der Verträge verpflichtet. Außerdem sei der Zusammenschluss bereits von den Aktionären beider Gesellschaften gebilligt worden. US West erwartet auch die behördlichen Genehmigungen. Qwest-Konzernchef Joseph P. Nacchio hat am Freitag das Managementteam vorgestellt, das nach dem für die Jahresmitte erwarteten Zusammenschluss mit US West eingesetzt werden soll. Die Spitzenmanager beider Unternehmen würden zunächst zusammenarbeiten, um den Fusionsprozess voranzutreiben. Das Management der fusionierten Qwest-US West soll sich aus Spitzenkräften beider Firmen rekrutieren. US West-Chef Solomon Trujillo hatte vor wenigen Tagen überraschend angekündigt, dass er seinen Posten angesichts strategischer Differenzen mit Qwest nach der Fusion niederlegen wolle. Das "Wall Street Journal" berichtete am Freitag, dass sich die beiden Konzernchefs von US West und Qwest in der kommenden Woche treffen wollten, um die Fusion weiter zu beraten. Der Pakt könnte durch ein mögliches Angebot der Deutschen Telekom gefährdet sein, schrieb das Blatt. Nach Angaben der Zeitung ermutigt der Chef des Bonner Telekomriesen, Ron Sommer, die beiden US-Unternehmen, ihre Differenzen über die Fusion einer oder beider Firmen mit der deutschen Gesellschaft zu beseitigen, ehe die Fusionsgespräche weiter voranschreiten. Eine Vereinbarung werde frühestens in einem Monat erwartet. Die Telekom hat bisher keine Stellungnahme zu den Spekulationen abgegeben. Auch Qwest-Chef Nacchio wollte im Zeitungsinterview die Gerüchte nicht kommentieren. (APA/dpa)