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FPÖ: Dr. Susanne Riess-Passer - Geb. 1961

Die Vizekanzlerin ist nach Jörg Haiders Rücktritt nun auch designierte FPÖ-Parteichefin. Susanne Riess-Passer war bereits seit 1996 geschäftsführende Parteiobfrau und wird als solche die Partei auch führen. Die Karriere der neuen freiheitlichen Frontfrau erfuhr zunächst keinen kometenhaften Aufstieg - die erste Vizekanzlerin Österreichs stieg langsam, jedoch stetig die Erfolgsleiter hinauf. Die promovierte Juristin war von 1987 bis 1992 Pressebetreuerin für die FPÖ. 1999 gehörte sie dem Tiroler Landtag an, nach der Oktoberwahl wechselte sie in den Nationalrat. Bundesparteiobmann-Stellvertreterin war Riess-Passer 1995 bis 1996, Obfrau der Bundesratsfraktion 1992 bis 1995 und 1997 bis 1998. 1996 wurde sie geschäftsführende Bundesparteiobfrau der FPÖ. Dem Bundesrat gehörte sie von 1991 bis 1998 an. Im Europaparlament vertrat sie von 1995 bis 1996 die FPÖ. Am 4. Februar wurde sie als Vizekanzlerin der schwarz-blauen Koalition angelobt.

Riess-Passer musste auch Rückschläge einstecken: Sowohl das Euro-Volksbegehren 1997 als auch die Europawahl 1999 verliefen für die FPÖ nicht ruhmreich. Dennoch zählte die neue Parteichefin immer zum engsten Vertrautenkreis von Jörg Haider. Ihr Spitzname "Königskobra", den sie nach ihrem Einsatz bei der Sanierung der Salzburger FP-Landesgruppe erhalten hatte, bereitet Riess-Passer keine Probleme. Diese Bezeichnung sei ihr lieber, als "nur lieb und nett" gefunden zu werden.

Als Vizekanzlerin obliegt ihr ein Ministerium für öffentliche Leistung und Sport. Dieses wird die Agenden für den gesamten öffentlichen Dienst, die Fragen der Verwaltungsorganisation und Verwaltungsreform wahrnehmen. Als "Ausbau der direkten Demokratie" sieht Riess-Passer das Vorhaben, wonach ein Volksbegehren, die von mindesten 15 Prozent der Wahlberechtigten unterstützt wurden, automatisch zu einer Volksabstimmung führen. Als wichtigsten Punkt nennt Riess-Passer die geplante Einführung der Briefwahl, sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- und Gemeindeebene. Für Auslandsösterreicher soll das Wahlrecht verbessert werden. Die Volksanwaltschaft soll künftig Gesetzesanträge einbringen können. Durch die Einsetzung einer Begutachtungskommission soll eine Objektivierung bei der Bestellung von Höchstrichtern erreicht werden.

"Die FPÖ soll stimmenstärkste Partei und Jörg Haider soll Kanzler werden." Riess-Passer glaubt auch, dass die schwarz-blaue Regierung "dreieinhalb Jahre halten wird, egal was passiert". Je massiver die Angriffe seien, "desto mehr schweißt es uns zusammen". Bisher ist sie "sehr zufrieden, wir haben inhaltlich einiges weiter gebracht." (pd)