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Stefan Koubek machte den entscheidenden dritten Punkt für Österreichs Team.

Foto: AP/Blaha

Pörtschach - Österreichs Daviscup-Team spielt auch im Jahr 2005 in der Weltgruppe der 16 besten Tennis-Nationen mit. Und das zum bereits zehnten Mal. Stefan Koubek holte am Sonntagnachmittag vor über 3.000 begeisterten Zuschauern in Pörtschach den erlösenden dritten Punkt zum 3:2-Erfolg über Großbritannien. Der Kärntner, der sein erstes entscheidendes Schluss-Einzel auch für sich entschied, besiegte den überraschend starken Greg Rusedski nach umkämpften drei Sätzen mit 7:6(2),6:4,7:5. Die Auslosung für die Weltgruppe 2005 (1. Runde vom 4. bis 6. März) erfolgt am Donnerstag (12:00 Uhr) in Madrid.

"Ich habe sehr viel laufen müssen, habe aber auch ihn viel laufen lassen. Ich darf mich nicht beklagen, es war eine sensationelle Leistung", freute sich "Daviscup-Held" Koubek. Im Nachhinein gesehen sei es leichter gewesen Henman zu schlagen, denn Rusedski hat aus seiner Sicht "unglaublich gespielt."

Eine tolle Premiere feierte auch Daviscup-Kapitän Thomas Muster. "Eine sensationelle und tadellose Leistung von Stefan. Er war taktisch und körperlich topfit. Mit dem Doppel-Punkt habe ich nicht gerechnet. Knowle und Peya haben einen sehr wichtigen Punkt gemacht. Für einen Kapitän ist es das Schönste, wenn eine Mannschaft so zusammenhält."

Der 27-jährige Koubek bot an diesem Wochenende eine reife Leistung. In beiden Einzeln gegen Tim Henman und Rusedski zog er die vorgegebene Taktik perfekt durch. Und auch kämpferisch war er bestens eingestellt. Im ersten Satz lag Koubek bereits mit 3:5 zurück und musste bei eigenem Aufschlag drei Satzbälle abwehren. Koubek kämpfte sich ins Tiebreak und dann kreiste erstmals die Welle durch die Werzer-Arena. Im zweiten Satz entschied erst ein Break zum 5:4 zu Gunsten Koubeks, der danach souverän zur 2:0-Satzführung ausservierte. Auch Satz drei blieb bis zum Schluss umkämpft, doch der Kärntner hatte den längeren Atem.

Dass Rusedski auf Grund seiner Einsätze in Einzel und Doppel ausgelaugt gewesen wäre, war ebenso ein Trugschluss wie die Beeinträchtigung seiner linken Schlaghand durch eine Ansammlung von Blasen. Der 1,93 m große Aufschlag-Spezialist zeigte sich erstaunlich Sandplatz tauglich, obwohl er vor diesem Wochenende drei Jahre lang kein einziges Match auf Asche gewonnen hatte.

Jürgen Melzer wird dieser Daviscup aus seiner persönlichen Sicht in weniger guter Erinnerung bleiben. Zwei Mal gewann er den ersten Satz, zwei Mal musste er sich danach in vier Sets geschlagen geben. Nach der überraschenden Niederlage am Samstag gegen Rusedski unterlag der 23-jährige Niederösterreicher nach einem perfekten ersten Satz (6:0 in 22 Minuten) auch Henman. (APA)