Schon einmal von Dirk Bach gehört oder gesehen? Wenn nicht, kann man ihn sich als die kulturelle Schnittmenge eines unangenehmen Tischnachbarn beim Münchner Oktoberfest vorstellen, der mit dem Humor und dem Niveau des Mainzer Faschings die Sendung Die größten TV-Hits aller Zeiten präsentiert. Glatze samt Schweißperlen darauf, Doppelkinn und Vertretercharme runden sein Erscheinungsbild stimmig ab.

In dieser Samstagabendshow auf RTL verraten unter seiner Bildschirmherrschaft Halb- und Viertelprominente wie Ex-Smokie Chris Norman oder Hella von Sinnen ihre Serienlieblinge, die von Dallas über die Lindenstraße bis zu verstaubten und fast vergessenen Titeln wie der Shiloh Ranch reichen. So weit, so schlecht. Damit läuft ein weiterer Beitrag der auch hierzulande spätestens seit Wickie, Slime und Paiper beliebten TV-Nostalgie. Diese Wiederaufbereitungsanlagen des Schreckens - wie Ausschnitte aus nämlichen Serien deutlich vor Augen führen - laufen auf vollen Touren, wie auch die Show Die 100 nervigsten Sommerhits auf Pro Sieben am Wochenende zeigte: Kaum ist ein Stück akustische Umweltverschmutzung vom nächsten aus dem Formatradio verdrängt, gieren geistlose TV-Macher um seinen Kadaver und halten ihn einem zu allem Schwachsinn bereiten Publikum unter die Nase.

Schade eigentlich, dass Fernsehen noch nicht dazu fähig ist, Gerüche zu transportieren. Zumindest derlei Machwerke würden so ihrem notwendigen Ende frühzeitig zugeführt. (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 27.9.2004)