Was die vergangenen Wahlen gezeigt haben, schlägt sich nun auch in bundesweiten Umfragen nieder: Die Unionsparteien CDU und CSU rutschen in der Wählergunst ab. Laut der am Mittwoch veröffentlichten neuesten Forsa-Umfrage ist die Union auf dem niedrigsten Stand seit der Bundestagswahl 2002, aber noch immer vor der SPD.

Wäre jetzt Bundestagswahl, käme die Union auf 39 Prozent - ein Minus von einem Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche. SPD und Grüne konnten je einen Punkt hinzugewinnen und stiegen auf 29 bzw. zwölf Prozent. Die FDP ist weiter bei acht, die PDS bei sieben Prozent.

Deutlich höher in der Wählergunst als seine Partei liegt Bundeskanzler Gerhard Schröder. Im direkten Vergleich bevorzugen 42 Prozent den SPD-Politiker als Regierungschef, CDU-Chefin Angela Merkel hätten 32 Prozent lieber als Kanzlerin.

Dass diesmal Merkel als Kanzlerkandidatin in den Wahlkampf 2006 zieht, damit hat sich laut Medienberichten CSU-Chef Edmund Stoiber abgefunden. Wie die Zeitung Die Welt berichtet, will der bayerische Ministerpräsident Außenminister werden. Stoiber selbst sagte dazu, er lehne "Personalspekulationen zum gegenwärtigen Zeitpunkt" ab. Auffällig ist, dass sich Stoiber jetzt um ein gutes Verhältnis zur ausländischen Presse bemüht. Zuvor hatte FDP-Chef Guido Westerwelle erklärt, er wolle nicht Außenminister in einer schwarz-gelben Koalition werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 30.9.2004)