Bild nicht mehr verfügbar.

Schussloch in der Auslagenscheibe eines Wiener Juweliers. Auch andere Branchen sind durch die gestiegene Anzahl von Überfällen und Einbrüchen verunsichert.

Foto: AP/Punz
Wien - Einbruch, Raub und Überfall - nicht nur bei Juwelieren, Bankangestellten und Trafikanten geht die Angst um. Bereits drei Viertel aller Unternehmer in Österreich nehmen die gestiegene Kriminalitätsbelastung als "ernsthafte Gefahr" wahr. Nach einer Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) wissen jedoch 42 Prozent nicht, wie sie selbst am besten vorbeugen können.

In Zusammenarbeit mit dem Innenministerium startet die WKO deshalb Anfang Oktober (erste Station: ORF-Landesstudio Steiermark) eine Infokampagne für Klein- und Mittelbetriebe. Dabei werden nicht nur die sinnvollsten technischen Schutzvorrichtungen vorgestellt, sondern auch Verhaltenstipps für Ernstfälle gegeben.

Kriminelle Gentlemen

Viele Kriminelle kommen nicht als Panzerknacker, sondern als gut gekleidete Gentlemen ins Geschäft. Dringend abgeraten wird beispielsweise vom "schnellen Geschäft" mit angeblich supergünstiger Markenware. Dahinter stecken fast immer Produktpiraten. Die Internationale Handelskammer (ICC) schätzt, dass bereits fünf bis sieben Prozent des Welthandels mit Plagiaten erwirtschaftet werden. Allein in Europa vernichte die Unterwanderung der legalen Wirtschaft mit Produktfälschern rund 100.000 Jobs pro Jahr.

Firmeninterne Betrügereien verursachen laut ICC in Österreich jährlich Schäden von vier Milliarden Euro. Weitere Abschreibposten: Körberlgeld für Einkaufsmanager: drei Milliarden Euro; Anlagebetrug mit Schwarzgeld: drei Milliarden; Kreditbetrug: eine Milliarde; Werkspionage: 1,5 Milliarden Euro. (simo, DER STANDARD, Printausgabe, 30.09.2004)