THE KILLERS Hot Fuss (Universal) Dass der Song Mr. Brightside an Blondies Dreaming erinnert, weist bereits die Richtung dieses Vierers aus Las Vegas. Die 80er werden hier zwischen New Order und The Cure, also mit einem erwachsenen Pop-Appeal heimgesucht. Das macht Hot Fuss zu einem wohltönend und geschwindigkeitsmäßig in höheren Gängen beheimateten Album, das an keiner Stelle abstinkt. Umgekehrt fehlen aber auch die richtigen Spitzen. Glaubt man der britischen Presse, dann werden The Killers aber sowieso die Welt erobern. Zumindest für eine Woche. Trotzdem ein sehr lässiges Album. SLUT All We Need Is Silence (EMI)
Die Band aus Ingolstadt pflegt einen Entwurf, der zwar nicht gerade hochmodisch daherkommt - Gott sei's gedankt! - dafür auf seinem Terrain souverän ist: energetischer Rock, der in seinen zurückhaltendsten Momenten wie ein mühsam unterdrückter Gewaltausbruch klingt. Wenn sich dieses Ventil aber einmal geöffnet hat, erblüht die Musik zu einer herrlichen Schnittmenge aus britischem Pop und amerikanischen Hängegitarren-Würgern von vor einem runden Jahrzehnt, ohne dass einem sofort diverse Vergleiche aufstoßen. LAIBACH Anthems
(Mute/EMI)
Eine Art Best of der slowenischen Band, die nicht der Rede wert wäre, wenn nicht eine Coverversion des grenzwertigen 70er-Jahre-Espresso-Schunklers Mama Leone darauf zu finden wäre - Laibach-Style: Hannibal Lecter spricht ein Tischgebet. Ab 4.10. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.10.2004)