Wien - Christian Schmölzer hätte sich wohl einen besseren Zeitpunkt für seine Präsentation als neuer österreichischer Turnierdirektor der Fußball-Europameisterschaft 2008 gewünscht. Trotz der momentanen Turbulenzen rund um den kritischen UEFA-Brief freut sich der frühere Austria-Goalie und Magister der Handelswissenschaften aber schon auf seinen neuen Job. "Es ist unbestritten, dass die EURO 2008 eines der interessantesten Projekte im österreichischen Fußball ist. Es freut mich, dass mir der ÖFB das Vertrauen für diese interessante Aufgabe gegeben hat", sagte der 36-jährige Kärntner am Mittwoch.

Neben der Austria war Schmölzer in seiner aktiven Zeit auch bei Rapid, Kottingbrunn und Spittal/Drau unter Vertrag. Nach dem Ende seiner Fußball-Karriere begann er im März 2001 als Assistent des Vorstandes der Bundesliga. Im Mai 2002 wurde er zum Vorstand-Stellvertreter befördert, seine Aufgabenbereiche umfassten dabei unter anderem Publikationen der Bundesliga oder die Organisation von Hallencup und Supercup. Außerdem war er von Mai bis Dezember 2002 als provisorischer Marketingleiter tätig.

Im März dieses Jahres wechselte Schmölzer in die Turnierdirektion der EURO 2008 und wurde dabei mit dem Thema Sicherheit sowie den grundsätzlichen Vorbereitungen für die EM-Teilnehmer wie Trainingszentren und Mannschaftshotel betraut. Zuletzt war der Kärntner im Rahmen der EURO 2004 zweieinhalb Wochen lang in die Organisation des Turniers eingebunden. Er wurde in Portugal im Operation-Center, also im EM-Hauptquartier, in Lissabon eingesetzt, und fungierte auch als stellvertretender Venue-Director. Weiters koordinierte er die zwölfköpfige österreichische Delegation in Südwesteuropa mit Vertretern aller vier heimischen Austragunsorte (Wien, Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt), die sich von 22. bis 24. Juni vor Ort ein EM-Bild machte.

ÖFB-Präsident Friedrich Stickler traut Schmölzer den reibungslosen Ablauf der EURO 2008 zu. "Es war der einfachste und logischste Weg, den Stellvertreter zum Turnierdirektor zu machen. Er hat sich als verlässlicher Mitarbeiter herausgestellt, also ist es nicht schwer gefallen, ihn zu nominieren", meinte Stickler.

Schmölzer trat mit 1. Oktober die Nachfolge des "neuen und alten" ÖFB-Generalsekretärs Alfred Ludwig an. "Gigi" kehrt der EM-Organisation aber nicht den Rücken. "Ich wechsle nur das Büro, stehe aber weiter mit beiden Beinen in der EURO", erklärte Ludwig, der in diesem Zusammenhang die enge Zusammenarbeit zwischen ÖFB und Turnierdirektion hervorhob. (APA)