Seit 25 Jahren wird am Infineon-Standort in Villach Forschung und Entwicklung betrieben. Bei einem Festakt am Freitag betonte Infineon-Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz die herausragende Rolle der Entwicklungsabteilung, in der heute 436 Mitarbeiter aus 32 Nationen beschäftigt sind, bei der Gründung der Abteilung 1979 waren es gerade einmal 14. Einer der größten Vorteile Villachs ist laut Zitzewitz, dass Entwicklung und Fertigung an einem Standort konzentriert sind.

Ausdauer

In der Halbleiterbranche brauche man "einen langen Atem und viel Geld", sagte Zitzewitz. So hätte die Konkurrenz Mitte der neunziger Jahre bei der Digitalisierung der Telekommunikation marktfertige Lösungen parat gehabt und "unsere Position massiv bedroht". Durch die Arbeit der Entwicklungsabteilung in Villach sei es gelungen, "das Ruder herumzureißen". Als "Pioniertat" der Villacher Forscher bezeichnete Zitzewitz die Entwicklung der so genannten intelligenten Schalter: "Von den in Villach entwickelten Schaltern für Autos verkaufen wir 74 Millionen Stück pro Jahr."

25 Jahre seien für Menschen ein "überschaubarer Zeitraum". In der Halbleiterbranche bedeute diese Zeitspanne aber zwölf bis 15 Chip-Generationen, so der Infineon-Vorstand. Fehler würden dabei nicht verziehen, denn ein Chip, der sich am Markt nicht durchsetze, "der schafft es nicht, die Entwicklungskosten für die nächste Generation zu verdienen". Daher sei die Leistung, die das Werk in Villach in diesem Zeitraum vollbracht habe, eine ganz besondere.

Unterstützung

Lob hatte der Infineon-Vorstand auch für die Landes- und Kommunalpolitik, die das Unternehmen stets unterstütze. Landeshauptmann Jörg Haider (F) meinte, durch die Entscheidung, in Villach eine Forschungsabteilung einzurichten, sei "ein ganzes Land verändert worden". Dass Kärnten heute vom Standort verlängerter Werkbänke zu einem technologieorientierten Land geworden sei, hätte damals seinen Anfang genommen. Inzwischen sei man bei innovativen Unternehmungen "die Nummer eins in Österreich".

Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter (S) unterstrich die Anstrengungen der Stadt, die in den vergangenen zehn Jahren mehr als 20 Millionen Euro ausgegeben habe, um "ein Biotop zu schaffen, wo sich eine High-Tech-Schmiede nicht nur halten, sondern auch entwickeln kann".

Dank

Die Vorstandssprecherin von Infineon Austria, Monika Kircher-Kohl, meinte, sie nütze die Gelegenheit, um sich bei den Mitarbeitern für ihr Engagement zu bedanken. Sie hätten wesentlich dazu beigetragen, dass Villach ein "Big Player" geworden sei. Am Rande der Festveranstaltung bekräftigte Kircher-Kohl die Pläne, gemeinsam mit den Partnern AT&S, EPCOS, Magna Steyr und Siemens AG Österreich sowie österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen ein Kompetenzzentrum für Automobil- und Industrieelektronik (AI) zu errichten. Noch in diesem Jahr soll die neue Infineon Technologies IT Services in Klagenfurt realisiert werden, die laut Zitzewitz "anspruchsvolle Dienstleistungen und Infrastrukturtechnologien" für alle Infineon-Standorte des Konzerns liefern soll. (APA)