Wien - "Allein in Wien sind 20 Frauenberatungseinrichtungen akut gefährdet, da die schwarz-blaue Bundesregierung bisher keinerlei Finanzierungszusagen gemacht hat", erklärte Frauenstadträtin Renate Brauner bei einer Pressekonferenz. Der Finanzierungsanteil der Stadt Wien, der mit 8,9 Millionen Schilling (650.000 EURO) rund 20 Prozent des Gesamtvolumens ausmache, sei nicht gefährdet. Darüber hinaus würden die frauenspezifischen Projekte aber zu rund 60 Prozent vom Bund, zu 20 Prozent vom AMS finanziert. Für die fast 28 Millionen Schilling (rund 2 Mio. EURO) Bundesanteil könne nicht einfach die Stadt Wien einspringen. "Männerbündlerische Witze können doch nicht der Ersatz für Frauenpolitik sein", sagte Brauner und forderte die umgehende Fortsetzung der Förderungen. Dass akuter Handlungsbedarf besteht, belegten Beispiele aus der Praxis. "Das ,Sprungbrett', eine arbeitsmarktpolitische Beratungsstelle für Mädchen, hat im Vorjahr 230 Lehrstellen im Bereich Technik und EDV akquiriert", berichtet Geschäftsführerin Margret Zimmermann. Da über die 40 Prozent Bundesanteil am Gesamtbudget 2000 keinerlei Zusagen vorlägen, seien nun die Arbeitsplätze von sieben der insgesamt 15 Mitarbeiterinnen gefährdet. Darüber hinaus könnten Beratungs- und Werkstattangebote sowie Betriebskontakte nicht gewährleistet werden. Ähnlich ergeht es "Peregrina", einer Beratungsstelle für Migrantinnen. "Im Vorjahr haben wir 1700 Klientinnen aus 250 Ländern betreut", erklärt Gamze Ongan. "Über 300 Frauen nahmen an unseren Deutschkursen mit Kinderbetreuung teil." Die Subventionsansuchen von "Peregrina" lägen seit Monaten unbeantwortet beim Bund. "Wir können und wollen nicht improvisieren, weil das unserer professionellen Arbeit widerspricht. Wir fordern klare Aussagen von der Sozial- und Unterrichtsministerin", so Ongan. Auch Marion Breiter vom Verein "Frauen beraten Frauen" bangt um die Fortsetzung der kontinuierlichen Arbeit, die die Einrichtung bereits seit 1980 in den Bereichen Krisenintervention, Psychotherapie und Öffentlichkeitsarbeit geleistet hat. (tapa)