Seit dem Sommer klinkten sich die Fahnder des Bundeskriminalamtes (BK) in so genannte Filesharing-Netzwerke ein, wo man im Internet einen regen Tauschhandel mit kinderpornografischen Bildern führte. Dabei wurden 15 Verdächtige in Österreich ausgeforscht. Am Dienstag in den frühen Morgenstunden schlugen die Kriminalisten in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark sowie in Tirol und in Kärnten zu. Zeitgleich um 6.00 Uhr wurden an den 15 Adressen Hausdurchsuchungen durchgeführt. Gegen die Verdächtigen wurde Anzeige erstattet, einige haben bereits gestanden, sagte Gerald Hesztera, Sprecher des Bundeskriminalamtes.

Aktion "Cinderella"

Die Aktion "Cinderella" wurde vom BK koordiniert und von Polizei und Gendarmerie unterstützt. Zahlreiche Computer, Datenträger und sonstige einschlägige Unterlagen wurden sichergestellt. Um wie viel es sich dabei handelt, konnte man Dienstagvormittag noch nicht sagen. Derzeit wird damit begonnen, das Material auszuwerten. Ziel der Aktion war es, Beweismaterial gegen mutmaßliche Besitzer und Vertreiber von Kinderpornos sicherzustellen. Alle Verdächtigen stehen im Verdacht, das kinderpornografische Material nicht nur besessen, sondern auch weitergegeben haben, erklärte Hesztera.

Beweismaterialien werden nun gesichert und ausgewertet

Die österreichischen Fahnder gelang nicht nur ein Schlag gegen heimische Verdächtige dieser Szene, auch drei Verdächtige in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wurden ausgeforscht und deren Daten bereits vor einigen Wochen an die Kollegen in ihren Heimatländern weitergegeben.

Die Beweismaterialien werden in den kommenden Wochen gesichert und ausgewertet. Die Computerexperten der Exekutive gehen dabei nach äußerst strengen, international verbindlichen Richtlinien vor, um die volle Verwertbarkeit der Beweise vor Gericht zu gewährleisten, erklärte das BK. (APA)