Um die "Zukunft des österreichischen Medienmarktes" geht es am Donnerstag bei den Österreichischen Medientagen. Mitreden soll dort die Chefin des mit Abstand größten österreichischen Medienkonzerns, ORF- Generalin Monika Lindner.

Über ihre eigene Zukunft hat sich Lindner schon öffentlich Gedanken gemacht: Sie will sich 2006 um weitere fünf Jahre an der Spitze des Künigl-- 3. Spalte berges bewerben. Die Umstände dieser Wahl beschäftigen längst die Stiftungsräte des ORF. Hält die Regierung die volle Funktionsperiode, fallen Nationalrats- und Generaldirektorenwahl gleichermaßen ins zweite Halbjahr 2006.

Vor der Wahl wollen ÖVP und FPÖ noch die nächste ORF-Führung küren, bevor die einfache Mehrheit im politisch besetzten Stiftungsrat verloren gehen könnte. Einen General abzusetzen, bräuchte es eine Zweidrittelmehrheit.

Ausgeschrieben wird am laut Gesetz am 1. Juli 2006

Ausgeschrieben wird laut Gesetz am 1. Juli 2006, frühestens ein Monat danach, eher ab September kann der nächste General gewählt werden.

Pius Strobl, einziger Stiftungsrat der Grünen, plädiert auf STANDARD-Anfrage für das Gegenteil. "Bis Mitte Dezember" habe die Generalswahl Zeit, jene der übrigen Direktoren ohnehin: "Wenn Österreich derzeit ohne Außenministerin auskommen, wird das doch auch für das Landesstudio Kärnten gelten."

Strobl rechnet mit einem "schwarz-blauen Personalpaket" für die ORF-Spitze noch vor der Nationalratswahl. Nummerisch können dagegen weder die Einmannfraktion Strobl noch die neun den Sozialdemokraten zugerechneten Stiftungsräte etwas tun.

Die Grünen würden die neuerliche Wahl eines schwarz-blauen ORF-Managements als "Kampfansage" werten und die Sicherung von Einfluss in der Anstalt zum Wahlkampfthema machen.

SP-Stiftungsrat Karl Krammer wäre "sofort dafür", erst den General zu wählen, wenn der Stiftungsrat die politischen Verhältnisse nach der Nationalratswahl abbildet. Nur ist das "relativ unrealistisch". (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 13.10.2004)