Washington - US-Spezialeinheiten haben einem Bericht des Senders CNN zufolge im Irak vergeblich versucht, drei inzwischen enthauptete Geiseln - zwei Amerikaner und einen Briten - zu befreien. Zwei Versuche seien gescheitert, berichtete CNN am Dienstag. Als die US-Militärs die mutmaßlichen Verstecke gestürmt hätten, seien sie leer gewesen. Es sei unklar, ob die Geheimdienste falsch berichtet hätten oder aber die Geiseln bereits weggebracht worden waren.

Beim ersten Versuch hätten die drei Geiseln noch gelebt. Beim zweiten Mal war einer der beiden US-Bürger, Eugene Armstrong, bereits ermordet worden. Armstrong war am 16. September zusammen mit seinem Landsmann Jack Hensley und dem Briten Kenneth Bigley aus einer Villa in Bagdad entführt worden.

Die Geiselnehmer hatten die beiden Amerikaner innerhalb der folgenden 48 Stunden enthauptet, Bigley am Donnerstag vergangener Woche. Zu den Mordtaten bekannte sich die Terrororganisation El Tawhid wa El Dschihad des Jordaniers Abu Musab al Zarqawi.

Entführer lassen nach zwei Tagen US-Fotografen wieder frei

In der irakischen Hauptstadt kam am Dienstag der US-Fotograf Paul Taggart zwei Tage nach seiner Entführung wieder frei. Nach Angaben seines Arbeitgebers, der New Yorker Agentur World Pictures News (WPN), wurde der 24-jährige freie Mitarbeiter am Sonntag auf dem Weg zu Gesprächen mit Vertretern der radikalen Schiiten-Miliz "Armee des Mehdi" kurz vor dem schiitischen Armenviertel Sadr City von vier Unbekannten verschleppt.

Während seiner zweitägigen Geiselhaft sei er wiederholt innerhalb von Bagdad in neue Verstecke gebracht worden. Laut WPN-Chef Stephen Claypole war unklar, wer hinter der Entführung stand; es seien keine Forderungen gestellt worden. Claypole betonte, Taggarts Freilassung sei auf Vermittlung der Miliz zu Stande gekommen. Für sie sei dies offenbar Ehrensache gewesen, nachdem sie vor dem Treffen mit Taggart für seine Sicherheit garantiert hätten. (APA/dpa)