Bild nicht mehr verfügbar.

Hans Krankl gab sich bei seiner ersten Stellungnahme nach dem Spiel gegenüber dem ORF sehr emotionalisiert: "...Mi intaressiert de Tabön net! Wir gwinnan in Wales, wir gwinnan zwamoi gegen Wales, wir gwinnan in Polen!..."

Foto: APA/ Artinger

Bild nicht mehr verfügbar.

Markus Schopp war neben Hans Krankl einer der auffälligsten Österreicher im Winsor Park von Belfast. Er bedankte sich mit zwei Toren für die Nominierung ins Team.

Foto: APA/ Artinger
Belfast - Für Österreichs Fußball-Nationalteam ist die Qualifikation für die WM 2006 in weite Ferne gerückt. Die Krankl-Elf musste sich am Mittwoch im Windsor Park von Belfast gegen Nordirland durch einen Gegentreffer in der 94. Minute mit einem 3:3 (1:1) begnügen und hält damit nach vier Spielen bei fünf Punkten. Die Tore in einem dramatischen Spiel erzielten Schopp (14., 72.) und Mayrleb (61.) beziehungsweise Healy (35.), Murdock (60.) und Elliott (94.). Die nächsten Auftritte in der WM-Kampagne stehen im kommenden März auswärts und daheim gegen Wales auf dem Programm.

Stranzl verletzte sich beim Aufwärmen

Kurz vor dem Anpfiff hatte die ÖFB-Auswahl eine Hiobsbotschaft ereilt: Abwehrchef Martin Stranzl musste wegen einer beim Aufwärmen erlittenen Oberschenkelverletzung w.o geben, für ihn rückte Ferdinand Feldhofer in die Anfangsformation. Durch die Ausfälle von Rene Aufhauser, Mario Haas, Joachim Standfest sowie der "Schonung" des angeschlagenen Teamkapitäns Andi Ivanschitz (er saß zunächst auf der Bank) wurde die ÖFB-Start-Elf damit im Vergleich zum Polen-Match an fünf Positionen verändert.

Der Ausfall des Stuttgart-Legionärs verfehlte vor allem in den ersten Minuten nicht seine negative Wirkung auf das Spiel der Österreicher: In dieser Phase wirkte die Abwehr überhaupt nicht sattelfest, wodurch die Gastgeber gleich drei gute Möglichkeiten vorfanden. Schon in der ersten Minute schoss Quinn nach Fehler von Martin Hiden den Ball aus guter Position in die Hände von Alexander Manninger, vier Minuten später kam Murdock nach Freistoßflanke von McCartney am Fünfer frei zum Kopfball, beförderte den Ball aber genau in Richtung ÖFB-Goalie. In der 7. Minute verfehlte ein Freistoß von Healy aus 25 Metern nur knapp das Ziel.

Führung durch Schopp

Erst nach rund zehn Minuten erfingen sich die Krankl-Schützlinge und deuteten bei einem Weitschuss von Markus Kiesenebner (12.) erstmals ihre Gefährlichkeit an. Mit der schönsten Aktion im ganzen Spiel schafften die Gäste in der 14. Minute die Führung, als Mayrleb mit einem Idealpass auf Vastic die Viererkette des Gegners überlistete. Der Austrianer spielte den Ball von rechts direkt in die Mitte, wo Markus Schopp lauerte und aus kurzer Distanz zum 1:0 traf. Es war dies das fünfte Tor im Nationalteam für den Steirer, der schon am Samstag gegen Polen getroffen hatte und die Österreicher wegen der Abwesenheit von Ivanschitz als Kapitän aufs Feld geführt hatte. Erstmals hatte er im Team übrigens im November 1995 beim 3:5 in der EM-Quali in Belfast seine Visitenkarte abgegeben.

Danach schien Österreich dank technischer Vorteile im Mittelfeld das Spiel zu kontrollieren, kassierten aber praktisch aus heiterem Himmel den Ausgleich. Healy traf aus rund 25 Metern aus der Drehung mit einem Bogenschuss über Manninger, der dabei keine glückliche Figur machte, zu seinem 26. Tor im 39. Länderspiel.

Nordiren kamen besser aus den Kabinen

Nach der Pause waren zunächst die Hausherren das tonangebende Team und sorgten immer wieder mit Flanken in den Strafraum für brenzlige Situationen vor dem ÖFB-Tor. Logische Folge war die Führung für Nordirland durch Murdock in der 60. Minute. Der Verteidiger erzielte nach einem Eckball per Kopf das 2:1, der Rettungsversuch von Teamdebütant Andi Ibertsberger blieb erfolglos. Bei diesem Treffer hatte sich der rustikale Murdock wie schon des Öfteren zuvor mit unsauberen Mitteln gegen Schopp durchgesetzt.

Die Antwort der Krankl-Elf ließ aber nicht lange auf sich warten. Praktisch im Gegenstoß schickte Didi Kühbauer Mayrleb auf die Reise, und der Pasching-Goalgetter überraschte Goalie Carroll mit einem Schuss ins kurze Eck. In dieser Phase entwickelte sich eine hektische Partie, in der die Österreicher aber dank der Moralinjektion des prompten Ausgleichs immer stärker wurden. In der 69. Minute spielte Mayrleb noch einen ungenauen Querpass auf Schopp, drei Minuten später aber machte er es nach Ivanschitz-Pass und Murdock-Schnitzer besser und legte wieder für Schopp ab, der knapp im Strafraum via Unterkante der Querlatte zum 3:2 für die Österreicher traf.

Weiter kein Sieg in Nordirland

In der Schlussphase versuchten es Insel-Kicker mit der Brechstange. Der ÖFB-Elf wiederum misslang bei einigen vielversprechenden Kontern der entscheidende Pass, was sich in der 94. Minute rächen sollte: Der Schiedsrichter ließ den zuvor behandelten Feldhofer nichts aufs Feld, Quinn verlängerte eine weite Flanke per Kopf auf den eingewechselten Elliott, der aus kurzer Distanz zum bitteren 3:3 traf. Damit bleibt Österreich in Nordirland weiter ohne Sieg. (APA)

  • Nordirland - Österreich 3:3 (1:1)
    Belfast, Windsor Park, 14.000 (ausverkauft), SR Mark Shield (AUS)

    Torfolge:
    0:1 (14.) Schopp
    1:1 (35.) Healy
    2:1 (60.) Murdock
    2:2 (61.) Mayrleb
    2:3 (72.) Schopp
    3:3 (94.) Elliott

    Nordirland: Carroll - A. Hughes, Williams, Murdock (79. Elliott) - Gillespie, Whitley (89. McVeigh), Johnson, Doherty (86. Jones), McCartney - Healy, Quinn

    Österreich: Manninger - A. Ibertsberger, Martin Hiden, Feldhofer, Pogatetz - Schopp (83. Sick), Kiesenebner, Kühbauer, Kirchler (65. Ivanschitz) - Vastic, Mayrleb (81. Kollmann)

    Gelbe Karten: Doherty, Quinn, Johnson bzw. Feldhofer, Kiesenebner (damit im nächsten Spiel gesperrt), Vastic, Kollmann