Bei einer

an sich kultartig verehrten Marke ist die Einführung neuer Modellreihen immer eine heikle Sache. Lange sah es bei Porsche so aus, als wollte neben der behutsamen Modellpflege der Ikone 911 gar nichts gelingen - zumindest nichts, was Fans und Umsatz gleichermaßen bedient hätte.

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Speziell

in den 80er-Jahren agierte das Unternehmen glücklos, Anfang der 90er war Porsche ein Übernahmekandidat - Toyota und Mercedes standen mit gezückten Scheckbüchern bereit.

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Dass Porsche

heute Gewinne in der Höhe des damaligen Umsatzes ausschüttet, liegt auch in einer geglückten Modelleinführung. Der Boxster kam 1996 auf den Markt, zur richtigen Zeit, in der richtigen Form.

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Ein Mittelmotor-Roadster

mit Boxermotor, günstiger zu haben als der 911er, ohne diesem aber Show oder Käufer zu stehlen.

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Auch wenn sich Porsche

gern das Verdienstabzeichen anheftet: Neu begründet wurde das Roadster-Segment nicht - bloß wiederbelebt. Im Sog der frischen Kundenbegeisterung für das Schnelle und Offene reüssierten zeitgleich auch Mercedes SLK (mit faltbarem Blechdach), BMW Z3 oder der in britischer Roadster-Tradition positionierte MG F (Bild, ebenfalls mit Mittelmotor).

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Der Lorbeer

des Sportlichsten steht dem Boxster jedoch zu - und das wurde mit der zweiten Generation nun gründlich nachgeschärft. Vorne: eine Spur mehr vom 911er.

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Am Heck:

Grüße vom 550.000-Euro-Supersportler Carrera GT. Die optischen Zitate sind nicht ohne Substanz: der neue Boxster spielt seine konstruktionsbedingten Tugenden beeindruckend aus.

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Der Mittelmotor

bringt Balance und Agilität, der Boxermotor einen niedrigen Schwerpunkt.

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Wie unbekümmert

das Auto auf späte Bremspunkte reagiert, ist schlicht Rennstrecken-fit und auf Bergstraßen ein Spezialvergnügen (bei hoffentlich null Verkehr).

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Die Mehr-PS

im Vergleich zum Vorgänger spielen die geringste Rolle: Boxster hat nun 240 PS (2,7 Liter Hubraum), Boxster S 280 PS (3,2 Liter).

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Serienmäßig

größere Räder (jeweils ein Zoll Draufgabe) und eine breitere Spur wirken beim Fahrverhalten, eine sichere und haarscharfe Angelegenheit in schnellen, weiten wie auch in engen Kurven.

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Für die Federverhärtung

auf Knopfdruck (Option) fehlen uns die geeigneten Straßen, denn dann wird es wirklich brettelhart. Wie Wankbewegungen der Karosserie - ausgelöst durch Lastwechsel bei Kurvenfahrt - im Griff sind, nämlich praktisch nicht spürbar, ist nirgendwo sonst zu haben (zum Preis, damit zusammenhängend, kommen wir später).

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Wer sich gut

in einem Porsche sieht, wird die akustische Präsenz des Boxer-Sechszylinders begrüßen, der macht sich soundmäßig ganz schön wichtig. Auch wenn Konkurrenten mit schlauen Faltblechdächern punkten.

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Das Stoffverdeck

des Boxster bringt Gewichtsersparnis an einer wichtigen Stelle, eine weitere Zutat für tiefen Fahrzeugschwerpunkt. Der Stoff ist dreischichtig und isoliert gegen Zug und Lärm, für die Show lässt sich das Dach bis 50 km/h betätigen.

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In Serie:

PSM (Stabilitätsprogramm), Klima und ein neuartiger Kopfairbag, Premiere in einem Roadster. Boxster fahren beginnt bei 51.500 Euro, die Aufpreis-Tiptronic muss hier nicht sein, und der Spaß beginnt nicht erst in der starken S-Variante (kostet 62.600 Euro).

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Rechtzeitig

für den Winterdrift auf dem Markt (Ende Dezember), was mit Winterreifen und Glasheckscheibe zwar machbar, aber doch etwas barbarisch ist. (Timo Völker, AUTOMOBIL, 22.10.2004)

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