Pristina - Der Direktor des Verbandes Professioneller Journalisten im Kosovo, Baton Haxhiu, hat scharfe Kritik an der Medienpolitik der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) im Kosovo geübt. Gegenüber der APA sagte Haxhiu, der bis vor zwei Jahren Chefredakteur der angesehen kosovarischen Tageszeitung "Koha Ditore" war: "Die OSZE, die eigentlich für die Entwicklung der Medien im Kosovo verantwortlich war, scheint sie stattdessen professionell zu kastrieren, besonders im Bereich des öffentlichen Rundfunks."

Gleiche Sendezeit für alle Parteien

Vor allem die Regelung, dass allen bei den Parlamentswahlen am Samstag antretenden Parteien die gleiche Sendezeit eingeräumt werden müsse, führe zu "Nonsens-Qualität auf den Bildschirmen". Weder habe sich die OSZE ausreichend Zeit gelassen, um die Bestimmung zu überprüfen, noch lokale Journalisten zu Rate gezogen. Haxhiu beschuldigte die OSZE-Mission im Kosovo außerdem, die Verantwortung für die Fehler bei der Berichterstattung über die antiserbischen Pogrome im Frühjahr allein den lokalen Medien anzulasten. "Dabei war es die OSZE selbst, die die Journalisten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgebildet hat."

Der OSZE-Pressesprecher Bernard Vrban verteidigte gegenüber der APA das Vorgehen der Organisation bei der Ausbildung der lokalen Medienvertreter. "Die Leute hier müssen endlich realisieren, dass sie für sich selbst verantwortlich sind." Zugleich räumte Vrban ein, dass noch einige Zeit nötig sei, "bis die notwendigen Verbesserungen umgesetzt werden können". (APA)