Ein australischer Journalist, der Mitte Oktober im Irak entführt wurde, befindet sich wieder in Freiheit - weil die Entführer sich mit der Internet-Suchmaschine Google von dessen Neutralität überzeugt hatten, berichtete "Spiegel Online" am Samstag.

John Martinkus, ein erfahrener Kriegsreporter, hatte für den australischen Fernsehdienst SBS an einer Reportage über den schiitischen Rebellenführer Moktada al-Sadr gearbeitet, als er, auf vermeintlich sicherem Gelände, direkt gegenüber der australischen Botschaft in Bagdad von Unbekannten verschleppt wurde. Die Geiselnehmer verhörten Martinkus und bedrohten ihn mit dem Tode - offenbar glaubten sie, er sei Mitarbeiter der Amerikaner.

Erst nachdem die Entführer die Angaben des Reporters mittels Google überprüft hatten, änderte sich deren Verhalten: "Als sich herausstellte, dass ich unabhängiger Journalist bin und die Besatzung nicht unterstütze, wurde ich mit Respekt behandelt", sagte Martinkus. 24 Stunden nach seiner Entführung war er wieder frei. (APA)