Amman - Der jordanische Ministerpräsident Faisal al Fayez hat im Auftrag von König Abdullah II. eine neue Regierung gebildet, die ein umfangreiches Reformprogramm in Angriff nehmen soll. Neuer Außenminister ist der bisherige Botschafter in Ägypten, Hani al Moulki (53), der in den Neunzigerjahren bereits Energie-, Handels- und Industrieminister war. Der bisherige Außenminister Marwan Muasher wurde Vizepremier mit den Kompetenzen eines Regierungskoordinators. Er löst Mohammed Halayka ab, der aus der Regierung ausscheidet. Die Regierungsmitglieder wurden am Sonntag in Amman vereidigt.

König Abdullah hatte den 53-jährigen Fayez im Oktober 2003 zum Nachfolger von Premier Ali Abu Ragheb ernannt. Fayez hat in Großbritannien und den USA studiert und war unter anderem Protokollchef. Im März 2003 war er zum Minister des königlichen Hofes ernannt worden. Er ist mit dem haschemitischen Herrscherhaus verwandt.

Vier Frauen im Team

An die Spitze eines neu geschaffenen Ministeriums für Reformen wurde der 35-jährige Jurist Ahmed Khalaf al Massadeh berufen. Dem aus 27 Mitgliedern bestehenden Kabinett gehören vier Frauen an, darunter Kulturministerin Asma Khodr, Tourismusministerin Alia Bouran und Kommunalministerin Amal Farhan. Finanzminister Mohammed Abu Hammour, Innenminister Samir Habashneh und Planungsminister Bassem Awadallah behalten ihre bisherigen Ressorts. Das Verteidigungsministerium untersteht direkt dem Regierungschef.

Wahlgesetz

Die Regierung soll ein neues Wahlgesetz verabschieden. Von den rund dreißig registrierten Parteien des haschemitischen Königreichs haben elf vergangene Woche ihre angestrebte Fusion angekündigt. Im Unterhaus kann sich die Regierung auf eine breite Mehrheit stützen. Die "Islamische Aktionsfront" (IAF), die über 17 der 110 Unterhaussitze verfügt, ist in Opposition. Sie fordert unter anderem, den 1994 geschlossenen Friedensvertrag mit Israel zu kündigen. (APA/AFP)