New York - Mehr als 842 Millionen Menschen weltweit leiden häufig oder immer unter Hunger - und ihre Zahl wächst, berichteten die Vereinten Nationen am Dienstagabend. Besondere Sorgen bereitet dem zuständigen Beauftragten in der UN-Menschenrechtskommission, Jean Ziegler, der anhaltende Mangel an Nahrungsmitteln in Kuba, Nordkorea, Sudan und den Palästinensergebieten.

Die Menschen dort würden ständig um ihr Recht auf Nahrung beraubt, heißt es in Zieglers Bericht, der der UN-Vollversammlung in New York am Dienstagabend vorgelegt wurde. "Hunger tötet mehr Menschen als jeder Krieg der Gegenwart oder jeder Terroranschlag", erklärt Ziegler darin.

"Stiller Hungertod"

In Kuba sei vor allem das seit Jahrzehnten anhaltende Handelsembargo der USA gegen die Regierung von Fidel Castro Schuld an der Misere der Bevölkerung. In Nordkorea seien "Hunderttausende" in den vergangenen zehn Jahren einen "stillen Hungertod" gestorben, heißt es in dem Bericht weiter.

Darüber hinaus litten Millionen Nordkoreaner an Unter- und Fehlernährung. Ihr Elend sei das Ergebnis einer Reihe von Naturkatastrophen, der fehlenden Wirtschaftshilfe der früheren Sowjetunion und der restriktiven Landespolitik.

In den Palästinensergebieten kann jeder Zweite nur noch mit Hilfe von Lebensmittelspenden überleben. Etwa 22 Prozent aller Kinder zeigten Symptome "ernster Mangelernährung". In der sudanesischen Provinz Darfur haben die arabischen Reitermilizen die Wasserinstallationen, die Ernte und die Herden der schwarzafrikanischen Bevölkerung zerstört und damit Millionen von Menschen die Lebensgrundlage entzogen. (APA/dpa)