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Foto: APA/AP/Andreas Fischer
Mit einem Lob für das österreichische Lkw-Mautsystem hat am Mittwoch der deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) aufhorchen lassen. "Wenn ich damals zu entscheiden gehabt hätte und ich alleine auf der Welt wäre und keine Bindung an Vergaberecht vorläge, wäre ich in meiner vorsichtigen Art den österreichischen Weg gegangen", erklärte Stolpe in einem Interview mit dem "Standard".

Verzögerungen

Während das österreichische Mautsystem bereits seit Anfang dieses Jahres funktioniert, wird das deutsche System nach eineinhalbjähriger Verzögerung erst 2005 in Betrieb gehen. Deutschland hatte sich 2002 für ein neues satelliten- und handygestütztes Mautsystem entschieden. In Österreich hingegen hat man auf eine bereits erprobte Mikrowellentechnik gebaut.

Nach Meinung Stolpes wäre das österreichische System geeigneter gewesen "als Einstieg in das Geschäft". Deutschland hingegen sei mit seiner Technologie "das Versuchungskaninchen für ganz Europa". Stolpe ist aber überzeugt davon, dass "in zehn, fünfzehn Jahren alle in Europa satellitengestützte Mautsysteme haben werden".

Generalprobe

Mittlerweile ist das deutsche System seit einem Monat in der Generalprobe. Probleme hätten sich dabei ergeben, wenn ein Lkw von Deutschland nach Österreich und wieder zurückfährt. "Dann gibt es hin und wieder keine Anzeige", erklärte Stolpe. Bis Jahresende sollten diese Probleme aber beseitigt sein. Mit einer weiteren Verzögerung sei nicht zu rechnen, so der deutsche Verkehrsminister.

Ursprünglich hätte die deutsche Lkw-Maut bereits im August 2003 starten sollen. Die Schadenersatzforderungen des Bundes an das Mautkonsortium Toll Collect, zu dem Deutsche Telekom, DaimlerChrysler und Cofiroute gehören, belaufen sich auf 4,5 Mrd. Euro. Auf die Frage, wie viel der Bund davon tatsächlich erhalten wird, meinte Stolpe: "Alles, glaube ich." Der Bund stütze sich bei seinen Forderungen schließlich auf den Vertrag.(APA)