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Ursula Stenzel und Benita Ferrero-Waldner verstehen sich bestens.

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Für die designierte Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner ändert sich überhaupt nichts, beeilt sich die ÖVP zu versichern. Delegationsleiterin Ursula Stenzel betont, Ferrero-Waldner bleibe "unumstritten: Es gab und gibt eine breiteste Zustimmung aufgrund ihrer Kompetenz und ihrer überaus erfolgreichen Präsentation vor dem Europäischen Parlament." Barrosos Rückzieher sei richtig: Er habe Zeit gewonnen, um "an mehreren Schwachstellen nachzubessern".

EU-Agrarkommissar Franz Fischler hält die Entscheidung für "die beste aller schlechten Varianten, um größeren Schaden abzuwenden". Er selbst stehe "selbstverständlich" für die interimistisch im Amt verbleibende Kommission von Romano Prodi zur Verfügung, "so lange das nötig ist".

SP-Chef Alfred Gusenbauer äußerte Verständnis für Barroso. Es habe die Gefahr einer "massiven Verfassungskrise" und Handlungsunfähigkeit der EU bestanden. Für Rocco Buttiglione gibt es nach Gusenbauers Ansicht nur zwei Möglichkeiten: Entweder er scheidet komplett aus der Kommission aus oder Barroso ordnet ihm andere Kompetenzen zu. Dass Barroso selbst nun zu geschwächt ist, um seine Funktion als Kommissionspräsident auszuüben, glaubt der SP-Chef nicht. Der grüne EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber spricht von einem Sieg für die Demokratie: "Die Sensation besteht darin, dass die Demokratie ein Stück Normalität in Europa geworden ist." FP-Rechtsaußen Andreas Mölzer wittert dagegen eine linke Verschwörung: "Das ist ein Kotau vor dem Meinungsdruck der Linken." (Samo Kobenter/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.10.2004)