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Als einer der letzten Anbieter hat jetzt auch T-Mobile sein kommerzielles UMTS-Angebot für die schnelle, dritte Generation (3G) des Datenfunks geschnürt: Ab Dienstag, 2. November, gibt es Breitbandinternet per UMTS um 35 Euro im Monat; Neukunden zahlen für das Angebot 39 Euro. Das Vehikel für den schnellen Datenverkehr ist nicht das Handy, sondern eine Datenkarte - quasi mehrsprachig, denn sie beherrscht nebst UMTS auch den Umgang mit dem (langsameren) GPRS-Datennetz sowie Wireless LAN (WiFi) zur Verbindung mit drahtlosen Internet-Hotspots.

Abschied von einer früheren Hoffnung

In gewisser Weise nimmt T-Mobile damit offiziell Abschied von einer früheren Hoffnung der Mobilfunkbetreiber, nämlich dass im UMTS-Netz Geld nicht mit banalem Datentransport, sondern teureren "Diensten" - vom Klingelton und der Musik bis zum Download von Spielen und Videonachrichten - verdient wird. "Wir machen nicht den Fehler zu glauben, dass man das Netz mit Downloads kurzfristig füllen kann", sagt Georg Mündl, Marketing Director bei T-Mobile in Österreich. Zwar würden die Downloads "boomen, aber das ist viel zu wenig für 3G".

"Draht"

Es sei "Blödsinn, ein eigenes Erlebnis am Handy kreieren zu wollen, wenn es bereits ein bekanntes Interneterlebnis in der Bevölkerung gibt" - also nimmt T-Mobile eine Anleihe beim "Draht" (den Internetverbindungen via Festnetz oder Kabel) und bietet ein Angebot in derselben Preisklasse für den Breitbandzugang via UMTS.

"Fair Use"

Zwar gibt es offiziell ein Datenlimit von 676 Megabtye (ein Spiel mit der T-Mobile-Netznummer), aber es gelte "Fair Use" - soll heißen, dass T-Mobile bis auf Weiteres Datenmengen über diesem Limit nicht extra verrechnet und die Entwicklung der tatsächlichen Benutzung beobachtet.

T-Mobile folgt damit den Konkurrenten A1, One und "3", die bereits ähnliche Angebote vorgestellt haben. Allerdings setzte man konsequent nicht auf das Handy als UMTS-Endgerät, sondern fast ausschließlich auf die mit dem Notebook verwendete Datenkarte, sagt Mündl. Das Ziel: (Private) Internetsurfer sollen sich vom "Draht" lösen und bei vergleichbaren Gebühren mobil werden. (Der Standard Printausgabe, 30/31 10.2004, Helmut Spudich)