Wien (APA) - Beim börsenotierten Linzer Technologiekonzern VA Tech hat dessen größter Aktionär, der Industrielle Mirko Kovats, die von der Übernahmekommission eingeräumte 40-tägige Frist für ein Übernahmeangebot verstreichen lassen.

"Es ist nichts gekommen", sagte ein Sprecher der Kommission am Dienstag zur APA, nachdem die Frist am 29. Oktober um 24 Uhr abgelaufen war. Nach vorläufiger Rechtsmeinung der Kommission ist die Kovats-Gruppe - wie zuvor Siemens - gemäß Übernahmegesetz nun für ein Jahr von einem Offert ausgeschlossen.

Vorläufige Entscheidung

"Diese Beurteilung stellt allerdings keine rechtlich bindende Entscheidung des zuständigen Senats dar", schränkte der Sprecher ein. Rechtsverbindlichkeit bestehe erst dann, wenn die Kommission einen Bescheid erlässt. Bisher jedoch sei weder ein Feststellungsantrag eines Beteiligten gestellt worden, wie es hieß, noch gebe es einen Anlass für die Einleitung eines förmlichen Verfahrens vor dem zuständigen Senat.

Die Vorgeschichte

Zu ticken begonnen hatte die Uhr für Kovats laut Darstellung der Kommission spätestens am 2. September, als der Industrielle Gespräche mit dem deutschen Siemens-Konzern über eine mögliche Übernahme der VA Tech bestätigt hatte. Nachdem Siemens am 9. September das mit Kovats diskutierte Offert nach massiven Widerständen auf Seiten des Vorstands und der Belegschaft der VA Tech wieder fallen ließ, erklärte die Kommission in einem vorläufigen Statement, die einjährige Sperrfrist für Siemens habe bereits mit diesem Tag begonnen.

Kovats selbst hatte dagegen noch bis 29. Oktober die Möglichkeit, allein oder mit einem Partner ein Offert für die VA Tech zu legen. Zuletzt war wiederholt der US-Multi General Electric als Partner genannt worden.