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George W. Bush gewann Ohio - und damit die US-Präsidentenwahl.

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George W. und Laura Bush nach dem Wahlsieg: "Four more years", jubelte die Menge.

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Washington - Die Cheney-Familie kam als erstes auf die Bühne, der Vizepräsident mit seinen Enkelkindern an der Hand, lächelnd und in die Fähnchen schwenkende Menge im Reagan-Center in Washington winkend. Dann folgte der Präsident, die Ehefrau eingehängt an seinem Arm. "Danke sehr", sagte Cheney verschmitzt, der seine Dankesrede vor dem Präsidenten hielt, als ob ihm gerade für ein kleines Kunststück applaudiert würde. "Dank euch hat George W. Bush die größte Anzahl von Wählerstimmen in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft gewonnen."

"Four more years"

"Four more years", johlt die Menge, als Bush an das Rednerpult tritt. "Amerika hat gesprochen und ich nehme demütig das Vertrauen entgegen", holt der wieder gewählte Präsident aus, dankt der Familie und der "Weisheit" seines Stellvertreters Cheney, dem einflussreichsten Vizepräsidenten in der jüngeren Geschichte der USA. "Ich werde mein Bestes tun, meine Pflicht zu erfüllen - jeden Tag, als Ihr Präsident", versicherte Bush seinen Anhängern. Dann kommt der Kriegspräsident schnell zum Punkt: "Wir haben den Feind Gerechtigkeit erfahren lassen und Amerika Ehre gebracht."

"Zeit der Hoffnung"

Weil Amerika seine Arbeit begonnen habe im Krieg gegen den Terrorismus, trete das Land nun in die "Zeit der Hoffnung" ein, behauptete Bush, und bevor er seine kurze Ansprache schloss, erwies der Präsident noch seinen Gegnern im Land eine kleine Gunstbezeugung: Kerry und die Demokraten könnten "stolz" auf sich und ihre Anstrengungen sein", so Bush und rief zur Einigkeit auf. Eine neue Amtszeit, so sagte Bush, sei auch eine neue Gelegenheit, um den Arm auszustrecken und alle Bürger zu erreichen. Damit schloß er an Kerrys Worte an.

"Es tut mir leid"

"Es tut mir leid, dass wir ein bisschen zu spät kamen", entschuldigte sich der Herausforderer, als er mit einer halben Stunde Verspätung vor seine Anhänger in Boston trat – "und dass wir ein bisschen zu kurz gelandet sind". John Kerry trug sein Eingeständnis der Niederlage gefasst vor, doch sein schwerster Moment kam, als er sich direkt an seine Anhänger wandte und den langen Wahlkampf – "zwei Jahre" – Revue passieren ließ. "Es war ein Geschenk, so viele Menschen zu treffen", sagte der Senator mit brechender Stimme. "Ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen."

Telefonat mit Präsident Bush

Kerry sprach auch über sein Telefonat mit Präsident Bush. "Wir sprachen über die Teilung in unserem Land und die Notwendigkeit, die große Notwendigkeit der Einheit", erzählte der Senator, "ich hoffe, wir können heute mit der Heilung beginnen".

Ideale würden fortdauern

Wie vor ihm sein Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, John Edwards, bekräftigte auch Kerry mehrfach, dass die Ideale seiner Wahlkampagne fortdauern würden. "Was wir mit diesem Wahlkampf begonnen haben, wird hier nicht enden", versprach der Senator. Das "geeinte und gerechte Amerika" sei das Ziel. (Printausgabe, DER STANDARD, 4.11.2004)