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Tom Daschle ist der erste Senats-Fraktionschef seit mehr als einem halben Jahrhundert, der seine Wiederwahl nicht geschafft hat.

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Washington - Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Tom Daschle, hat seine Wiederwahl verfehlt. Daschle unterlag seinem republikanischen Rivalen John Thune im Rennen um den Senatssitz des Bundesstaates South Dakota, wie US-Fernsehsender am Mittwoch berichteten. Daschle ist damit der erste Senats-Fraktionschef seit mehr als einem halben Jahrhundert, der die Wiederwahl verfehlt. Seit 1978 hatten die Wähler in South Dakota Daschle stets in den Kongress gewählt.

Das Senats-Rennen in South Dakota galt als eines der wichtigsten bei der Kongresswahl. Die Republikaner hatten es sich zu einem ihrer wichtigsten Ziele gesetzt, Daschle seinen Sitz abzujagen, und daher den telegenen Ex-Basketballstar Thune aufgestellt. Damit verletzten sie ihre bisherige Tradition, im Wahlkampf nicht gegen den jeweiligen Fraktionschef der Demokraten anzutreten. Demokraten und Republikaner gaben 40 Millionen Dollar (31 Millionen Euro) allein für den Senats-Wahlkampf in South Dakota aus.

Die Republikaner von Präsident George W. Bush werden somit weiterhin beide Häuser des US-Kongresses dominieren. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen konnten die Republikaner ihre Führung im Senat und im Repräsentantenhaus sogar ausbauen, wie US-Fernsehsender am Mittwochmorgen (Ortszeit) berichteten.

Die Republikaner eroberten neben dem Sitz von Daschle zudem Senatsmandate in North und South Carolina, Georgia und Louisiana. Dabei verdrängten sie auch den einzigen unabhängigen Senator, der jedoch zumeist mit den Demokraten gestimmt hatte. Die Partei von Herausforderer John Kerry nahm den Republikanern nur Colorado und Illinois ab. Von hier zog der demokratische Hoffnungsträger Barack Obama als einziger Schwarzer ins Oberhaus ein. Insgesamt mussten sich 34 von 100 der auf sechs Jahre gewählten Senatoren einer Wiederwahl stellen.

Auch im Repräsentantenhaus konnten die Republikaner nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen hinzugewinnen. Sie nahmen nicht nur den Demokraten vier Sitze ab, sondern verdrängten auch den einzigen unabhängigen Abgeordneten in der zweiten Kammer.

Bei den gleichzeitig stattfindenden Gouverneurswahlen gewannen die Republikaner zwar Indiana, verloren aber Montana. Fünf weitere Staaten blieben in der Hand der bisher regierenden Partei. In vier der elf Staaten war das Ergebnis so knapp, dass es auch Stunden nach Schließung der Wahllokale noch nicht feststand. (APA/Reuters/dpa)