Graz - Das legendäre Grazer Schlossbergrestaurant, vor dessen Fenstern sich der spektakulärste Ausblick auf die Stadt breit macht, wird sich am Freitag innen und außen verwandeln. Architekten und Künstler legen gemeinsam Hand an, um erstmals in der Geschichte des Gegenwartskunstfestivals steirischer herbst einen "Architekturball" auszurichten. Polonäse und Damenspenden sind weniger angesagt. "Architekturwahnsinn" ist der Titel des Festes, das eigentlich Leistungsschau an der Grenze zwischen Kunst und Architektur ist.

Dafür haben sich die Veranstalter, die Architekten Andreas Strohriegel, Markus Bogensberger, Karin Hubmer und Mabel Altmann von der Arge Loft einiges vorgenommen: Gestern und Morgen sollen sich in einem Zustand der "Zeitlosigkeit" auflösen.

Einige Uhrzeiten sollte man sich aber trotzdem merken: Ab 20 Uhr werden die Räumlichkeiten mit nicht weniger als 37.500 Ballons von Christian Kronaus und der Gruppe nomad gefüllt. Besucher bekommen am Eingang einen Ohrenschutz ausgehändigt, da die Zerstörung der Ballons den Geräuschpegel herkömmlicher Ballveranstaltungen merklich überschreiten wird.

Zum Abhängen und Runterkommen gibt es 54 Schaukeln der Gruppe more, oder den mit Gras bepflanzten Barbereich von "heri und salli". Sich Graz als Metropole denken, das war die Ausgangssituation der Architekten von "Ortlos": Sie verkleiden die Fenster des Schlossbergrestaurants innen mit einer um einige Wolkenkratzer ergänzte Stadtansicht.

Tanzen kann man aber auch auf diesem Ball: Ein Orchester der Kunstuni spielt Funk, das Künstlerkollektiv G.R.A.M. und die "doctors on decks" fungieren unterdessen in der Disko als DJs. (cms / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.11.2004)