Wien - Die schwierigen Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern für einen neuen Kollektivvertrag für 119.000 Metallarbeiter und 73.900 Industrieangestellte sind in der Nacht auf Donnerstag fortgesetzt worden. Ein Ende sei vorerst nicht absehbar, erfuhr die APA aus Verhandlerkreisen.

Knackpunkt der heurigen KV-Verhandlungen bleibt das einheitliche Lohn- und Gehaltsschema für Arbeiter und Angestellte. Dabei soll es künftig auch für Arbeiter nach dem Vorbild der Elektroindustrie automatische Vorrückungen geben. Uneinigkeit herrscht dabei über die Höhe der Gehaltssprünge.

Streitigkeiten um Normalarbeitszeit

Die Arbeitgeber haben als Gegenleistung für die entstehenden Mehrkosten unter anderem die Ausdehnung der täglichen Normalarbeitszeit auf 10 Stunden, der wöchentlichen Normalarbeitszeit auf bis zu 48 Stunden bzw. 56 Stunden im Schichtbetrieb gefordert. Darüber hinaus soll die 10. Stunde bei Gleitzeit zuschlagsfrei sein. Die Gewerkschaft lehnt diese Wünsche der Unternehmer ab.

Die Zeit drängt, denn der neue Kollektivvertrag sollte schon am 1. November in Kraft treten. Vorsorglich verschoben wurde bereits der erste KV-Verhandlungstermin für das Metallgewerbe, und zwar vom 4. auf den 19. November.

Auf Gewerkschaftsseite verhandeln wie in den vergangenen Jahren Metaller-Chef Rudolf Nürnberger und Karl Proyer für die Angestellten. Die Unternehmer werden von Hermann Haslauer vertreten. Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung der Ist- und der KV-Löhne um 2,1 Prozent, mindestens aber um 35 Euro. (APA)