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Wie regelmäßig zu Saisonbeginn die neuesten Modetrends präsentiert werden, werden auch jedes Jahr zu Beginn der Wintersaison gebetsmühlenartig die neuen Wintersporttrends zitiert. Der Markt hat einiges zu bieten, neue "Trendsportarten" sind schnell kreiert, steht die nötige Marketingmaschinerie dahinter. Ebenso schnell verschwinden jedoch die "Trends" wieder in der Versenkung, können sie vor den Konsumenten nicht bestehen. Was sich tatsächlich auf den Pisten und im winterlichen Gelände hält, muss erst auf den Prüfstand der meist jugendlichen Konsumenten.

Von Boards und Brettln

Wurden vor zwanzig Jahren die ersten Snowboards auf den Pisten noch belächelt, entwickelte sich das Singlebrett schnell zur coolen Alternative zum Ski. 1985 weigerten sich der Sportfachhandel noch beharrlich, die Boards zu verkaufen, 2004 nimmt das Segment "Snowboard" bereits eine unverzichtbare Rolle im Sporthandel ein. Rund 20 Prozent des gesamten österreichischen Skimarktes entfallen auf das Snowboard. Und trotzdem cruisen weit nicht mehr so viele Boarder auf den heimischen Pisten. Alois Loidl, Chefeinkäufer eine großen Sporthandelskette, konkretisiert: "Interessant ist, dass viele der Jugendlichen, die zu Beginn auf den Snowboard-Hype aufgesprungen sind, entweder auf zwei Brettln zurückkehren oder aber zum Freeriding und Freestyling wechseln. Das ist individueller - etwas Besonderes."

Grenzenlose Freiheit

Boarder Martin sind Trends und Tendenzen weitgehend egal. Seit Jahren schwört er auf sein Board, mit dem er nur im freien Gelände unterwegs ist. "Das passt einfach zu mir, je höher das Niveau, desto mehr will ich erreichen. Das ist die Herausforderung." Eine Herausforderung, der der Sportstudent aus Innsbruck gerne auch in internationalen Freeride-Contests begegnet. Beim "First Track"-Bewerb in der Schweiz belegte er in der vergangenen Saison den stolzen achten Platz. Doch egal ob als Contest-Teilnehmer, Snowboard-Lehrer oder auf Privattouren, Martin geht es rein um den Spaß und um das Gefühl der Freiheit. Dass das hochalpine Gleiten über unberührten Powder, zwischen Steinmassiv und Schluchten auch zum Sicherheitsrisiko werden kann, ist ihm zwar bewusst, die Herausforderung ist jedoch stärker.

Abgrenzen gegen das Normale

Martin gilt als cooler und erfolgreicher Snowboarder, tausende Jugendliche wollen es ihm und seinesgleichen nachmachen, folgen dem Trend auch aus dem Bedürfnis heraus, sich abzugrenzen, zu einer Community zu gehören, deren Dress- und andere Codes für Außenstehende unverständlich sind. Als Mitläufer sieht sich naturgemäß keiner von ihnen. Individualität wird großgeschrieben.

Auch Axel grenzt sich von der Masse ab, "Immer mal was Neues", ist sein Motto. Vor drei Wintern hat er das Snowkiting für sich entdeckt. Statt über die Wasseroberfläche lässt er sich vom Drachen über schneebedeckte Wiesen ziehen. Von Trendsetting will er nichts wissen: "Wenn sich was Lustiges ergibt, mach ich es, neue Sachen gehören ausprobiert."

Teure Inovationen

Probieren ist die eine Sache, finanzieren die andere. So enstand in den letzten Jahren eine starke Nachfrage nach Sportartikel-Renting in den Skigebieten. Vor allem auf dem Gebiet der Fun-Sportarten gibt es regelmäßige Neuheiten, die vor Ort ausprobiert werden können. "Fun-Geräte wie den Snow-Scooter, Snow Tubing, Airboards oder auch Telemark-Skier führen wir nicht, da die Konsumenten die zwar gerne ausprobieren, aber nur in den seltensten Fällen kaufen möchten", erklärt Alois Loidl. Nur an den aktuellen Slope-Style-Ski glaubt er als Verkaufsrenner, etwas breiter als gewöhnliche Brettln, sind Slope-Style-Skier auch hinten aufgebogen. "Das kommt bei der Jugend deshalb an, weil diese Skier auch für Halfpipes und Funparks hervorragend geeignet sind. Das macht Spaß, ist eben cool."

(mhe)