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An der Donau suchen Hilfstrupps nach vermissten Personen - zwei Hubschrauber kreisen über dem Wasser und suchen mit Wärmebildkameras und Suchscheinwerfern das Gewässer ab

Foto: APA/ Herbert P. Oczeret

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Am Donnerstag gegen 22.15 Uhr wurde die Suche nach den Vermissten eingestellt. Heute wird weiter nach dem Wrack und den Verschollenen geforscht.

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Wien - Das Bootsunglück am Donnerstagabend auf der Donau bei Wien hat vermutlich sechs Menschen das Leben gekostet. Zwei Tote wurden bereits geborgen, vier Vermisste wurden laut Schifffahrtspolizei am Freitag früh noch gesucht. Oberstleutnant Franz Polzer von der Kriminalabteilung Niederösterreich zeigte sich wenig optimistisch, dass die übrigen Bootsfahrer noch lebend geborgen würden: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass alle Männer ums Leben gekommen sind."

Suche mit "Flächenlot"

Die gesunkene "Grein" ist Freitag Vormittag geortet worden. Der ehemalige Schleppkahn liegt offenbar in der Nähe der Unfallstelle ungefähr an der Grenze von Wien und Niederösterreich. Er soll nach Angaben der Gendarmerie nun mit Stahlseilen fixiert werden. Wegen der starken Strömung ist ein gefahrloses Vordringen zu dem Boot vorerst nicht möglich. Daher sollen zunächst eine Strömungsschilde als Barriere errichtet werden. Ob sich die vier Vermissten in dem Wrack befinden, ist noch nicht klar.

Kleineres Boot wurde unter den Schubverband gezogen

Das Unglück geschah laut Polzer etwa 200 Meter stromaufwärts von der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich. Das 15 Meter langes Boot, kollidierte mit einem Schubverband. Durch den Aufprall sei das kleinere Boot praktisch unter den Schubverband gezogen worden, sagte der Leiter der Kriminalabteilung. Der Kapitän des Schubverbandes habe unmittelbar danach eine Person im Wasser treiben gesehen und ihr noch einen Rettungsring zugeworfen.

Zuvor Beinahe-Zusammenstoß mit anderem Frachter

Dem Zusammenstoß zwischen der "Grein" und dem Schubverband war bereits eine Beinahe-Kollision mit einem anderen Frachtschiff vorausgegangen. Laut Polzer wäre eine mögliche Erklärung dafür, dass es zu dem Zusammenstoß kam, dass die Besatzung der "Grein" nach den Aufregungen, welche die Beinahe-Kollision mit sich brachte, nicht mehr aufmerksam genug waren. Nach dem Schifffahrtsrecht hätte das kleine Boot dem großen Verband ausweichen müssen.

Schubverband wegen Dunkelheit übersehen

Darüber hinaus herrschte zu diesem Zeitpunkt fast völlige Dunkelheit, was bedeutet, dass Menschen, die stromabwärts unterwegs sind, durch die Beleuchtung der Stadt geblendet werden, ähnlich wie durch eine untergehende Sonne. So sei vorstellbar, dass die Männer auf der "Grein" den Schubverband übersehen haben, sagte Polzer.

Identitäten geklärt - Boot war für Ausflug geborgt

Bei den vermissten Opfern handelt es sich um vier Männer aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Von den beiden geborgenen Leichen konnte nach Angaben von Oberst Franz Polzer von der Kriminalabteilung Niederösterreich vorläufig nur der Mann aus Nickelsdorf eindeutig identifiziert werden. Die Männer hatten sich das Boot für einen Ausflug am Donnerstag ausgeborgt.

Ursprünglich waren acht Personen am Boot

Die Hinweise lieferte ein Mitfahrer, der mit einem zweiten früher ausgestiegen war, so Polzer. Der Mann gab an, dass die Gruppe ursprünglich zu acht von der Kuchelau zu einer Tour nach Krems gefahren waren. Bei der Retourfahrt donauabwärts passierte das Unglück. Auf Grund der Aussage herrschte Klarheit darüber, dass weiterhin vier Personen vermisst wurden.

In Schiffsschraube gekommen

Von einem Opfer des Unfalls fanden die Rettugsmannschaften nur mehr Teile des Körpers. Die Person dürfte in die Schiffsschraube des Schubverbandes geraten sein, gaben die Einsatzkräfte bei einer Pressekonferenz bekannt. Ein zweiter Toter trieb leblos auf der Donau, als ihn eine Bootsbesatzung fand. Reanimierungsversuche blieben erfolglos. Der etwa 60-jährige Burgenländer dürfte ertrunken sein, so die Rettung. Der Mann wies Kopfverletzungen auf.

Suchmannschaften auf der Donau

Boote mit Suchscheinwerfern suchten bis in die Nacht die Donau nach den Verunglückten ab. Hubschrauber des Innenministeriums kreisen über dem Wasser und suchen mit Wärmebildkameras und Suchscheinwerfern das Gewässer ab. Die Suche wurde gegen 22.15 Uhr eingestellt und in der Früh wieder aufgenommen, erklärte Christian Wagner von der Wiener Feuerwehr. Die Ermittlungen übernahm die NÖ Sicherheitsdirektion. (APA/Red)