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Grafik: Archiv
Eine neue Studie der britischen Analysefirma CacheLogic gibt wohl eine klare Antwort auf die Frage, was die momentan am stärksten genutzte Tauschtechnologie im Netz ist: Bittorrent soll bereits für 35 Prozent des gesamten Internet-Verkehrs verantwortlich sein, damit ist es auch "erfolgreicher" als alle anderen Tauschbörsen wie KaZaA oder edonkey zusammen genommen.

Besorgnis

Mit wenig Freude beobachtet auch die Filmindustrie diese Entwicklung, Bittorrent sei ein sehr effizientes System zur Verbreitung von großen Files, so John Malcolm, Verantwortlicher für die weltweiten Anti-Piraterie-Maßnahmen der Motion Picture Association of America (MPAA). Im Moment prüfe man gerade die eigenen Optionen, wie man es bei allen Technologien mache, die für illegale Aktivitäten missbraucht würden. Bisher hat es noch keine Klagen gegen BenutzerInnen von Bittorrent gegeben.

Aussichten

Davon, dass die Musik- und Filmindustrie früher oder später auch gegen den Tausch per Bittorrent vorgehen wird, zeigt sich auch Bram Cohen, der Entwickler der Technologie überzeugt. Die Frage sei allerdings, ob sie damit erfolgreich sein würden.

Schwierigkeiten

Denn auch wenn Bittorrent keineswegs anonym funktioniert, so ist doch die Aufspürung von potentiellen Klageopfern wesentlich schwieriger, durch die Art und Weise wie das Protokoll funktioniert: Im Gegensatz zu "klassischen" Tauschbörsen wie KaZaA erzeugt jeder Bittorrent-Download sein eigenes Tauschnetzwerk, es ist somit nicht so einfach wie bisher herauszufinden, wieviel und was genau einzelne UserInnen anbieten.

Angebote

Bittorrent erfreut sich vor allem für den Download von Filmen und aktuellen Serienfolgen großer Beliebtheit. Zahlreiche Seiten bieten eine Indizierung des erhältlichen Materials ein, ob dies alleine bereits illegal ist, ist umstritten, schließlich findet sich auf den entsprechenden Seiten selbst ja kein Copyright geschütztes Material.

Legal

Auch ein Vorgehen gegen die Bittorrent-Technologie selbst oder deren "Erfinder", ist nicht so ohne weiteres möglich, schließlich wurde sie zu legalen Zwecken kreiert und wird auch weiterhin kräftig dafür eingesetzt. So bieten zahlreiche Linux-Distributionen ihre Download-Versionen per Bittorrent an, eine Reihe von Webseiten widmen sich rein den "legalen" Torrents, die Palette reicht dabei von freigegebenen Büchern bis zu Mitschnitten der US-Präsidentschaftsdiskussionen. (red)