Graz - Seit zwei Jahrzehnten gibt es in Graz das "Frauenservice": Zeit seines Bestehens haben rund 30.000 Frauen Dienstleistungen wie Einzelberatungen und Therapiegruppen, Kurse für berufliche Wiedereinsteigerinnen und andere Bildungsveranstaltungen in Anspruch genommen. Kommenden Freitag (12. November) wird mit einer Festveranstaltung das Jubiläum begangen. Dieses ist nicht ganz ungetrübt: Finanzierungsunsicherheiten machen Abstriche im Leistungsangebot notwendig.

Erweitertes Angebot

In den 20 Jahren hat sich das Beratungsangebot vielfach erweitert. 1984 verstand man sich noch als Verein für "Frauenberatung und Selbsthilfe". Heute führt das "Frauenservice" auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen durch. Mit Programmen wie "ZIB - Zurück in den Beruf" wird versucht, Wiedereinsteigerinnen und arbeitslosen Frauen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen. Durch das Bildungsreferat werden Kurse, Seminare und Workshops organisiert und die Vereinszeitschrift "Laufschritte" herausgegeben. Seit 1999 wurde auch das "Cafe Palaver" als Zentrum für Informationsaustausch und Weiterbildung eingerichtet - ein Kaffeehausbetrieb mit PC-Infrastruktur und Seminarräumen. Darüber hinaus entwickelt das "Frauenservice Graz" EU-Projekte, führt sie durch und arbeitet in Equal-Partnerschaften mit.

Wartezeiten für Beratungen

"Für Beratungen muss leider eine Wartezeit von drei Wochen eingeplant werden - das Angebot ist nie genug", so Ingrid Franthal, Geschäftsführerin des "Frauenservice". Auch von Personaleinsparungen - von rund 20 Mitarbeiterinnen auf 16 - und Stundenreduktionen sei man nicht verschont geblieben, damit verbunden im Vorjahr Einschränkungen im Bildungsangebot und 2005 voraussichtlich auch im Beratungsbereich. Die unsichere Subventionslage erlaube keine sicheren Planungen: Die AMS-Projekte seien kurzfristig dotiert, die Basissubventionen durch Bund, Land und Stadt - in summa rund 170.000 Euro - seien in den vergangenen Jahren weitgehend schon eingefroren gewesen, nun drohten Kürzungen, so Franthal.

Am 12. November will man die 20-jährige Entwicklung von der Frauenberatungsstelle zum Frauenservice in einer Festveranstaltung Revue passieren lassen, anschließend wird mit einem breiten Musikspektrum in der "Generalmusikdirektion" gefeiert. Davor können sich Besucherinnen und Besucher mit einem "Frauen-Stadtspaziergang spezial", und zwar "im Laufschritt", einstimmen lassen. (APA)