Das Model tat nur seinen Job. Man habe ihr, erklärte Pauline, aufgetragen, mit der hübschen Uhr in der Badewanne hübsch zu sein. Und (auch wenn eigens ein Herr neben der Wanne im Palais Coburg stand und ständig frische Rosenblätter ins Wasser streute, wisse sie nicht, ob das Tragen von sündteuren Uhren beim Wannenbad bei durchgeknallten Superreichen jetzt angesagt sei: Sie selbst würde – so wie ihr Kollege, der mit Feinrippunterwäsche und Sockenim Bett posierte – die Uhr im Bad ablegen.

Doch derartige Trendscouterei, verriet der Wiener Innenstadtjuwelier Reinhard Köck Mittwochabend in der Edelsuite der Nobelherberge, hieße ohnehin schon, auf der falschen Fährte zu sein: Die Schweizer Nobeluhrenmanufaktur "Bedat & Co" wollte lediglich ihre ab 4000 Euro zu habenden ("nach oben gibt es dann kein Limit", Köck) Chronometer vorstellen – und weil die Dinger (natürlich) wasserdicht sind ... und so weiter.

Dass das Model eine Herrenuhr trug, erklärte der Juwelilier, sei im Übrigen keinVersehen: "Ich persönlich finde , dass Herrenuhren Damen oft besser stehen als Damenuhren." Pauline stimmte zu: Das, sagte sie, sei ein Trend, den auch sie mittrage. Nur nicht in der Wanne.

(DER STANDARD Printausgabe 6.11.2004)