Aus einem Kommentar von Konrad Adam in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("Autisten unter sich" 10. 3.) über "zwei Herren, die sich nicht mögen", aber "gut im Trend liegen" und insofern doch vieles gemeinsam haben:

Was das deutsche mit dem österreichischen Phänomen trotz aller sonstigen Unterschiede vergleichbar macht, ist sein Gespür für die Währung, in der Macht unter den Bedingungen des Medienzeitalters erworben und ausgeübt wird. Da zählen nicht die Bajonette und nicht einmal die Ausstattung mit Geld und Personal, sondern der große öffentliche Auftritt.

Im Sport ist diese Einsicht am weitesten gediehen, weshalb es auch kein Zufall war, dass sich Haider und Fischer beim New-York-Marathon über den Weg gelaufen sind. Die Mitteilung, dass Haider, wie er wissen ließ, eine halbe Stunde schneller war als Joschka Fischer, gehört natürlich auch dazu. (. . .)

Fischer und Haider stehen an der Spitze von Parteien, die sich selbst als Bewegungen begreifen. Und für Bewegungen ist das Tempo allemal wichtiger als das Ziel. Wo die Partei zur Bewegung geworden ist, sind neue Bilder, neue Szenen und neue Kulissen nicht nur erlaubt, sondern geboten.

Es geht um Überleben durch Anpassung, durch Anpassung an immer neue Lager. Wer das am besten kann, den nennt man einen Populisten, ob von rechts oder links, ist nicht so wichtig.

Beide, Haider und Fischer, haben ihre Konkurrenten innerhalb und außerhalb der Partei vor allem durch ihre Medienpräsenz überrundet und schließlich ausgestochen. Sie wissen, dass ihnen diese Präsenz die Führung verbürgt, auch ohne dass sie förmlich Parteivorsitzende wären . . .