Seit einer vom Kabinett John Majors schlecht vorbereiteten Privatisierung Mitte der 1990er-Jahre häufen sich die Unfälle bei der englischen Bahn.

Im Oktober 1999 starben 31 Menschen, als vor dem Londoner Bahnhof Paddington zwei Züge zusammenstießen. Ein Jahr darauf sprang bei Hatfield ein Schnellzug aus schlecht gewarteten Schienen: vier Tote, 35 Verletzte. Im Mai 2002 wurden kurz vor dem Bahnhof Potters Bar sieben Passagiere getötet und elf schwer verletzt. Ursache: lose Muttern an einer Weiche.

Jedes Bahnunglück wurde zu einem Politikum, da die privaten Zuggesellschaften ihren Gewinn vor die Sicherheit der Fahrgäste stellten. Dazu kam ein Gleisbetreiber, den die Wartung des Netzes völlig zu überfordern schien. (fh, Der Standard, Printausgabe, 08.11.2004)