Feldkirch - Als "reine Spekulation" bezeichnete am Montag der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Diözese Feldkirch, Walter Buder, einen Bericht der Presse, wonach der Feldkirchner Pastoralamtsleiter Benno Elbs der Wunschkandidat der Bischofskonferenz für die Nachfolge von Bischof Klaus Küng in Vorarlberg sei.

Die Nachbesetzung von Diözesen passiere immer nach einem klar festgelegten Vorgangsweise, betonte Buder. Diese sehe vor, dass dem Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Georg Zur, mögliche Kandidaten genannt werden, so Buder. "Der Nuntius ist aber nicht an die eingebrachten Vorschläge gebunden und legt seine Wunschliste dann der Bischofskongregation in Rom unter der Leitung von Kardinal Battista Re vor. Entschieden wird die Nachfolge dann von dem Papst", erklärt Buder.

"Gerücht"

Auch der Sprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, bezeichnete im Gespräch mit dem STANDARD die angebliche Festlegung der Bischofskonferenz auf Elbs nur als "Gerücht". Der 44-Jährige sei zwar ein "aussichtsreicher Kandidat, der als enger Küng-Vertrauter gilt", ein diesbezügliche Entscheidung würde aber nur in Rom fallen.

Unwahrscheinlich sei, so Leitenberger außerdem, dass die Nachfolgefrage überhaupt Thema der gerade in Salzburg tagenden Bischofskonferenz sei. Erzbischof Zur sei "ein korrekter und genauer Mann", der sich unmittelbar nach der Versetzung von Bischof Küng nach St. Pölten "in Gesprächen mit Bischöfen, Laien und Priestern" begonnen habe sich zu informieren, betonte Leitenberger. Wann der Vatikan seine Entscheidung treffe, sei sehr derzeit schwer zu sagen.

Zumindest in einem Punkt war sich der Pressesprecher aber sicher: "Es ist unwahrscheinlich, dass Kardinal Schönborn bereits am kommenden Donnerstag in der Pressekonferenz nach dem Treffen der Bischöfe einen Nachfolger nennt." (Markus Rohrhofer, Der Standard, Printausgabe, 09.11.2004)